IKT als Treiber der Energiewende

Zweiter Kongress zur Energieinformatik in der IHK Karlsruhe

Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) bieten großes Potential, die Energiewende auf „smarte“ Weise zu unterstützen. Diese Erkenntnis wurde beim zweiten Kongress “Energie + Informatik” am 12. Mai in der IHK erneut bestätigt. Anknüpfend an die erfolgreiche erste Veranstaltung aus dem Jahr 2013, wurde diesmal die Umsetzung der Energiewende „vor Ort“ betrachtet und der Fokus auf Smart Grids und Micro Grids gelenkt. Die Gemeinschaftsveranstaltung der IHK Karlsruhe, der Landesinitiative smart businessIT, der Gesellschaft für Informatik e.V. und des Clusters Elektromobilität Süd-West war mit mehr als 140 Teilnehmern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sehr gut besucht.

“Baden-Württemberg muss eine Vorreiterrolle einnehmen” machte Helmfried Meinel, Amtschef des Umweltministeriums gleich zu Beginn der Veranstaltung deutlich. Der Ausbau der Verteilnetzte sei dafür eine entscheidende Voraussetzung. Dr. Albrecht Reuter, Vorstandsvorsitzender der „Smart Grids-Plattform Baden-Württemberg“ stellte passend dazu sein landesweites Netzwerk vor und informierte über die bisherigen und geplanten Aktivitäten.

Weiter ging es mit neuen Geschäftsmodellen, welche die zunehmende Vernetzung von Energiesystemen und IT eröffnet. Künftig werde in der Branche vor allem mit dem Management von Daten in Energienetzen Geld verdient, sagte der Vorstandschef des Münchener Software-Spezialisten Green Com Networks, Christian Feißt. Darüber hinaus wurden auch Herausforderungen dieser neuen Geschäftsfelder erörtert - beispielsweise der Datenschutz, da durch die digitale Steuerung von Energien riesige Datenmengen entstehen, die sicher transportiert, verwertet und verwaltet werden müssen. Mehrere Referenten präsentierten innovative Software-Lösungen, etwa die Forschungseinrichtungen OFFIS und Fraunhofer IAO oder die Karlsruhe Softwareschmiede Seven2One. Elektromobiliät ist ein weiteres Arbeitsfeld der Energieinformatik - alleine schon aufgrund der potentiellen Beiträge im Bereich Lastmanagement und Speicherung - und wurde natürlich ebenfalls umfassend diskutiert, etwa in den Vorträgen der EnBW und des Unternehmens Bridging IT. Vervollständigt wurde das umfassende Programm durch die Beiträge der MVV Energie und von Torsten Drzisga, Mitglied der “Internet of Energy”- Arbeitsgruppe des BDI und von Acatech.

Der für Baden-Württemberg einzigartige Kongress wurde bereits zum zweiten Mal maßgeblich von der Landesinitiative smart businessIT unterstützt. Ziel der Initiative ist es unter anderem, die Vernetzung von Anbietern und Anwendern der IT voranzutreiben.

"Die Schnittstelle Energie+Informatik birgt enormes Geschäftspotential und ermöglicht neue Kooperationen zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Politik. Der Kongress „Energie + Informatik“ bot wichtigen Stakeholdern aus diesen Bereichen die optimale Plattform, um sich persönlich auszutauschen und den Weg für eine weitere gewinnbringende Zusammenarbeit zu ebnen“, so David Hermanns, Geschäftsführer der CyberForum Service GmbH, welche die landesweite Initiative smart businessIT koordiniert.