4.Konsortialtreffen des Forschungsprojekts SDaC

CyberForum 12.10.2021

Über die Hälfte der Zeit ist bereits im SDaC Forschungsprojekt vergangen. Am 7. und 8. Oktober 2021 lud die SDaC Projektleitung zum vierten Konsortialtreffen. Erstmalig fand sich das Konsortium in Berlin zusammen. Die Teilnehmenden bekamen neben einem Einblick in den aktuellen Stand der technischen Protoypen, auch die Ergebnisse der Testingsessions vorgestellt. Zudem hielt Michél-Philipp Maruhn von der Roobeo GmbH einen Impulsvortrag zur Gründung eines ConTech Startups. 

„Im Forschungsprojekt ist die Hälfte der Zeit vergangen und uns ist es bereits gelungen, mehrere technische Prototypen zu entwickeln, die beweisen, dass KI spezifische Probleme im Bausektor lösen kann“, führte Diego Cisterna, M.Sc., wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Technologie und Management im Baubetrieb des Karlsruher Instituts für Technologie, aus. „Das Konsortialtreffen dient nicht nur dazu den aktuellen Stand der Prototypen zu besprechen und die ersten Ergebnisse der Praxistests vorzustellen. Gemeinsam mit dem gesamten SDaC-Team wollen wir die Grundlage für die nächste Phase festlegen: die Umwandlung dieser Prototypen in Minimum Viable Products (MVP).“

Die ersten Ergebnisse liegen vor

Die ersten Ergebnisse der technischen Prototypen liegen hinsichtlich der Prognosegüte bereits vor. Seit Mitte September lief nun die erste Testphase mit dem Ziel festzustellen, ob Inhalt und Design der Anwendungen funktional und sinnvoll sind. In einem Workshop haben die Teams für ihre jeweiligen Anwendungsfälle den Status quo erarbeitet, wo diese am Projektende stehen sollen und wie sie als marktreifes Produkt nutzbar für alle gemacht werden können.

Auf der SDaC Plattform, die sich langfristig wirtschaftlich selbst tragen soll, werden eine ganze Reihe von Services und KI-Anwendungen für Bauunternehmen und Bausoftwareunternehmen entwickelt, angeboten und weitergedacht. Ziel ist es hierbei durch Netzwerkeffekte sowohl Produzenten als auch Konsumenten auf die Plattform zu bringen.

Partner ziehen alle an einem Strang

„Wir vom Fraunhofer ISST sind besonders begeistert von dem Elan und dem Tatendrang, der im Forschungsprojekt SDaC an den Tag gelegt wird. Zur „Halbzeit“ des Forschungsprojektes gibt es bereits von jedem Partner aus der Entwicklung einen funktionierenden Prototypen ihres KI-Services und auch ein erster Prototyp der Plattform steht bereits. Der Grund dafür ist meiner Meinung nach, dass sich das SDaC-Konsortium wie eine Einheit verhält. Auch wenn jeder Partner natürlich seine eigenen Arbeiten und Ziele verfolgt, ziehen alle an einem Strang um SDaC als Ganzes zum Erfolg werden zu lassen,” so Marvin Rosian, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer Institut für Software- und Systemtechnik (ISST).

Im Bereich der Massenermittlung von Bauplänen wird beispielsweise das Problem angegangen, dass Daten von Bauprojekten oft nur in der Form von Papierplänen oder veralteten CAD-Modellen vorliegen. KI-Modelle können diese Eingangsdaten automatisiert verarbeiten, um Objekte zu erkennen und zu beschriften.
Der Anwendungsfall „Planungsautomatisierung“ wird entwickelt, um den Planer in der Entwurfsphase eines Bauprojektes zu unterstützen. Ausgangspunkt bildet hierbei das sogenannte Raumbuch. Es beschreibt die Anforderungen und nutzungsabhängigen Attribute der einzelnen Räume oder Raumtypen. Darauf aufbauend werden automatisierte Grundrissvorschläge erstellt, die wiederum der Planer bewerten kann.

Abgerundet wurde der Tag mit einem Impulsvortrag zur Gründung eines ConTech-Startups von Michél-Philipp Maruhn von der Roobeo GmbH. Branchenspezifische Dos und Don'ts einer Gründung in der Bauwirtschaft wurden diskutiert und führten zu einem spannenden Austausch unter den Teilnehmenden.

Über SDaC

Hinter SDaC steht ein Konsortium aus mehr als 40 Projektpartnern, die aus Wissenschaft und Praxis kommen. Konsortialführer ist das Institut für Technologie und Management im Baubetrieb am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Ziel ist es, eine Plattform sowie konkrete Anwendungen mit Methoden der Künstlichen Intelligenz zu entwickeln, die einen Beitrag zur digitalen Transformation der Bauwirtschaft leisten werden. Die daraus resultierende Vernetzung von Unternehmen unterschiedlicher Größe über Organisationsgrenzen hinweg schafft so ein kollaboratives und vernetztes Ökosystem zwischen Stakeholdern der Plattform und ermöglicht einen schnellen Transfer von Forschungsergebnissen in Anwendungen der Bauwirtschaft.
Das CyberForum e.V. ist in diesem Projekt Konsortialpartner. Als größtes regional aktives Hightech.Unternehmer.Netzwerk. Europas bringt es seine Expertise zur Entwicklung von Netzwerken und Ökosystemen ein. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.