Der CO₂-Fußabdruck von Software? Oft kleiner als der des Widerstands.

CyberForum 11.08.2025

„Die IT- und Software Branche hat die Verantwortung und die Möglichkeit, die Emissionen ihrer digitalen Produkte und Dienstleistungen zu reduzieren. Die CO2-Challenge ist eine sehr leichtgewichtige Kampagne, um damit zu starten. Ich bin begeistert vom Engagement der Mentor:innen und den Teams“, sagt der Mit-Initiator der CO2-Challenge Aydin Mir Mohammadi.

Nach einem Jahr CO₂ Challenge steht fest:

Viele Unternehmen wissen, wie man Software nachhaltiger macht, aber scheitern daran, gemeinsam loszulegen. Der Engpass liegt nicht in der Technik, sondern in der Zusammenarbeit.

Die Learnings nach einem Jahr:

  • Change funktioniert nicht top-down. Wer nur auf Management-Level kommuniziert, erreicht das operative Herz des Unternehmens nicht.
  • Frühzeitiges Einbinden wirkt Wunder. Wenn Mitarbeitende mitgestalten dürfen, entsteht Akzeptanz statt Ablehnung.
  • Allein geht’s nicht. Einzelkämpfer:innen in Unternehmen berichten von Frust. In Gruppen hingegen entsteht Schwung und Nachhaltigkeit wird zum gemeinsamen Ziel.

Emissionen senken, bevor die Software live geht

Die größten Quick Wins entstehen im laufenden Betrieb – etwa dort, wo Test- und Entwicklungsumgebungen dauerhaft laufen, obwohl sie nur temporär genutzt werden. Schaltet man solche Systeme nur dann ein, wenn sie wirklich gebraucht werden, lassen sich Emissionen spürbar senken.

Zu den wirkungsvollsten Maßnahmen gehören darüber hinaus:

  • Dynamische Skalierung statt Dauerbetrieb: Server nur dann hochfahren, wenn sie wirklich gebraucht werden.
  • Effizientere Softwarearchitektur: Bessere Auslastung statt brachliegender Rechenleistung.
  • Zeitlich optimierter Betrieb: Planbare Aufgaben gezielt in Zeiten verlagern, in denen der Anteil erneuerbarer Energien im Stromnetz besonders hoch ist.
  • Infrastruktur bewusster nutzen: Rechenzentren mit besserer CO₂-Bilanz, Cloudlösungen, Abwärmenutzung und eigenproduzierter Ökostrom.

Bis zu 2,5 Tonnen CO₂ pro Jahr lassen sich so einsparen – allein durch bewussteren, smarteren Softwarebetrieb.
"40 % CO2-Einsparung klingt sehr schwierig. Ist es aber nicht“, sagt Roland Löffler (Navigate AG). „Damit möglichst viele Unternehmen erfahren, wie es geht, engagiere ich mich bei der CO2-Challenge. Dafür ist ein Netzwerk ideal: dort können wir das gemeinsam voranbringen und wechselseitig voneinander lernen."

Und jetzt? Die Richtung stimmt und die ersten Lösungen sind in Sicht.

Nach einem Jahr ist klar: Nachhaltigkeit beginnt im Kleinen – aber sie endet nicht dort.
Die ersten Use Cases zeichnen sich bereits ab. Wir sind gespannt, welche konkreten Lösungen aus der CO2 Challenge entstehen.

Ihr seid noch nicht dabei?

Dann wird’s Zeit.
Kommt zu unserer Infoveranstaltung am 18. September – erfahrt, wie ihr Teil der Challenge werdet, was euch erwartet und was ihr bewegen könnt.

Infos und Anmeldung: https://co2-challenge.de/