Bewerben oder nicht bewerben – das ist die Frage!

CyberForum 23.07.2014
Das Team von Echobot bei der Preisverleihung 2011

Am 6. November wird er wieder verliehen – der CyberChampions Award. Die Kategorien „NewComer“ und „BestConcept“ sowie der „init Innovationspreis“ bieten StartUps vielfältige Möglichkeiten, sich für den Award zu qualifizieren. Noch bis zum 5. September läuft die Bewerbungsfrist – und die Mühe lohnt sich! Alle Bewerber erhalten Feedback von erfahrenen Unternehmern aus der Vorjury. Die StartUps, die ins Finale einziehen, nehmen an einem Pitch-Workshop Teil, erhalten einen Image-Kurzfilm und bekommen neben medialer Aufmerksamkeit auch reichlich Gelegenheit, wertvolle Kontakte zu knüpfen. Und als Preisträger wartet neben der Auszeichnung natürlich auch ein Preisgeld.

Doch wie groß ist der Aufwand sich zu bewerben? Was habe ich wirklich von einer Finalplatzierung? Und macht sich so eine Auszeichnung auch langfristig bemerkbar? Diese oder andere Fragen mag sich ein StartUp stellen, bevor es das Bewerbungsformular ausfüllt…

Also haben wir Bastian Karweg von Echobot gefragt, den Gründer des NewComer-StartUps 2011 – denn wer könnte solche Fragen besser beantworten als ein ehemaliger Wettbewerbsteilnehmer?

Bei der Bewerbung für den Award 2011 wart ihr ein junges StartUp frisch am Markt - was hat sich seither bei Echobot getan?

Unser Unternehmen Echobot hat sich seit damals sehr stark weiterentwickelt. Zu den wichtigsten Meilensteinen zählt sicherlich das Erreichen der Marke von 500 Kunden oder die Einstellung von Mitarbeiter Nummer 30 – aber auch der Einstieg unseres Investors, dem ZFHN, letztes Jahr oder die vielen Kooperationen mit großen Firmen und Verlagen sind sicher nennenswert. Und auch im vierten Jahr geht’s mit schnellen Schritten voran: demnächst werden wir mit unserer Technologie über 2 Milliarden Artikel indexiert haben und arbeiten auch gerade hart an einer komplett neuen Software.

Wie seid ihr auf den Award aufmerksam geworden?

Als Karlsruher Unternehmen im Hightech Bereich kommt man doch kaum am CyberForum vorbei :-) ihr macht da wirklich einen großartigen Job!

Wie konntet ihr von der Auszeichnung profitieren? Unmittelbar und langfristig?

Das Preisgeld war anfangs ganz nett – gerade wenn man wie wir die ersten zwei Jahr komplett Cash-Flow getrieben arbeitet, hilft das schon. Vor allem sehen wir die Effekte aber heute deutlich in unserer starken regionalen Präsenz. Sehr viele Firmen aus Karlsruhe kennen und nutzen Echobot – mit Stolz können wir sagen, dass wir aus der Region sogar mehr Kunden haben als aus München oder Berlin – mit dabei sind die IHK, HWK, das Tourismusbüro, die BGV, das Städtische Klinikum, die Hochschule, diverse Forschungszentren und Institute – ach und das CyberForum natürlich :-)

Bei manchen Wettbewerben schreckt einen ja schon der Bewerbungsprozess ab... Wie groß war der Aufwand, sich bei den CyberChampions zu bewerben?

Wir haben tatsächlich nach der Teilnahme am CyberChampions Award Erfahrungen mit CyberOne, dem Landespreis, diversen Ausschreibungen und einem internationalen Wettbewerb sammeln können. Im Vergleich zu diesen war der Aufwand durchaus überschaubar. Gut war, dass man alles digital erledigen kann und nicht noch riesige Bewerbungsmappen einschicken muss – aber ist ja letztlich auch ein Hightech Award :-)

Worauf kommt es als NewComer an? Auf die Idee? Auf das Businesskonzept? Auf den richtigen Investor? Auf das Team? Auf die gute Mischung oder doch auf das berühmte Quäntchen Glück?

„Luck is where preparation meets opportunity“ – man muss einfach wirklich gut seine Hausaufgaben gemacht haben und ein ganz genaues Verständnis vom Markt und dem Nutzwert des eigenen Angebots für die Kunden entwickeln. Sonst bringt einem Glück gar nichts. Aus meiner Erfahrung braucht man Vollzeit mindestens 6 Monate, um an diesen Punkt zu kommen. Danach spielen sicherlich Marktwachstum und Team-Talent eine wichtige Rolle – vor allem kommt es letztlich aber darauf an, ob man den sogenannten „unfairen Vorteil“ findet: die Vorgehensweise die das Geschäft in kurzer Zeit nach oben katapultieren kann. Und wenn man dann weiß wie, muss es auch operativ noch klappen. Ganz einfach also ;-)

Ganz abseits des Awards - Schon in der Wachstumsphase stand euer Unternehmen unter großem Druck und wurde von den Größen der deutschen Pressewelt abgemahnt. Es konnte eine außergerichtliche Einigung erzielt werden. Wie seid ihr mit der Situation umgegangen und was ist deine Empfehlung für Gründer, die in eine ähnliche Situation geraten?

Klar ist man als Gründer, der mit so einer Situation zum ersten mal konfrontiert wird, hier  sehr gefordert. Ich hatte das Glück, in meinem Studium (Informationswirtschaft am KIT) schon ein solides Rechtsverständnis mitnehmen zu können. Letztlich sollte man sich aber bewusst machen, dass in einer solchen Konfrontation zwei Dinge stecken: 1) eine gewisse Anerkennung, dass das was man geschaffen hat tatsächlich ernst genommen wird und 2) dass in jedem Problem auch eine Chance versteckt ist.

In unserem Fall haben wir z.B. nicht nur eine Einigung zum fraglichen Problem der Text-Snippets mit den Verlagen gefunden, sondern gleich reinverhandelt, dass wir künftig auch deren Digitalausgaben der Print-Zeitungen durchsuchen dürfen.

„When life gives you lemons – make lemonade!“ ist ein ganz wichtiger Satz, der über Erfolg oder Misserfolg eines Startups entscheiden kann. Bei niemandem läuft alles glatt. Und das gelingt auch nicht immer und ist weiß Gott sicher nicht einfach – aber wie heißt es auch so schön: „wenn’s einfach wäre, hätten’s schon andere gemacht“.