CyberForum und Wirtschaftsförderung Karlsruhe übernehmen Netzwerkkoordination des „Business Roaming Agreement“

CyberForum 05.11.2014

Das Unternehmernetzwerk CyberForum und die Wirtschaftsförderung Karlsruhe übernehmen nach Auflösung des schwedischen Cluster 55° als gemeinsame Koordinatoren das Business Roaming Agreement. Das Business Roaming Agreement, das die Internationalisierung von kleinen und mittelständischen Unternehmen fördern soll, wurde ursprünglich vom Cluster 55° und weiteren internationalen Partnern initiiert. Die offizielle Übergabe der Netzwerkkoordination erfolgte am 22. Oktober 2014 in Wien, anlässlich der Abschlusskonferenz des von der Europäischen Union geförderten Projekts  „ClusteriX“.

Rund ein Jahr, nachdem das CyberForum und die Wirtschaftsförderung Karlsruhe Partner des Business Roaming Agreements (BRA) geworden sind, übernehmen sie nun auch die Koordination dieses Netzwerkvertrags. Das BRA verbindet derzeit weltweit 67 Cluster und Cluster-ähnliche Organisationen mit dem Ziel, die grenzüberschreitenden Verbindungen zwischen den teilnehmenden Netzwerken sichtbar zu machen und so insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen in ihren Internationalisierungsbestrebungen zu unterstützen. Neben Europa, welches mit 58 BRA-Partnern in 23 Ländern räumlich sehr gut abgedeckt ist, werden Zielmärkte auch in Amerika (3 Partner), Asien (5 Partner) sowie Australien (1 Partner) durch das BRA unterstützt.

Das BRA ermöglicht allen Mitgliedsunternehmen der teilnehmenden Partner Zugang zur Infrastruktur (zum Beispiel zu Büro- oder Konferenzräumen) anderer Partner. So können Mitglieder des CyberForum für eine bestimmte Zeitspanne auf die Infrastruktur von Netzwerken wie beispielsweise InterSpaceLA (Los Angeles, USA), Future Position X (Peking, China) oder gar STC Australia (Scoresby, Australien) zugreifen. Dort können sie hautnah ihren Zielmarkt kennenlernen und Kontakte zu potenziellen Geschäftspartnern knüpfen. Unterstützt werden sie von Mitarbeitern vor Ort, welche ihr langjähriges Know-how rund um die regionale Wirtschaft weitergeben sowie Geschäftskontakte vermitteln.

Das BRA fördert somit die Internationalisierungsaktivität und damit die globale Wettbewerbsfähigkeit, gerade auch von IT- und Hightech-Unternehmen der TechnologieRegion und senkt insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen die Eintrittsbarrieren in neue Zielmärkte. Gleichzeitig soll internationalen Firmen der Zugang zur TechnologieRegion Karlsruhe erleichtert werden. Das BRA fungiert auf diese Weise als eine Art Austauschprogramm, bei dem Unternehmen weltweit auf (lokales) Branchenwissen, bestehende Netzwerke und Räumlichkeiten zurückgreifen können. Mitgliedsunternehmen des CyberForum erhalten somit Zugang zu Veranstaltungen, Treffpunkten und Büroräumen von Malmö über London bis nach Hongkong.

Das BRA kam durch das von der Europäischen Union geförderte Projekt „ClusteriX“ zustande und wurde durch das Cluster 55° initiiert. Die Auflösung von Cluster 55° machte es erforderlich, neue Koordinatoren zu finden, welche das BRA nachhaltig fortführen und somit die Internationalisierungsbestrebungen von Firmen weiterhin unterstützen. „Insbesondere für mittelständische Firmen ist es ein großer Schritt, internationale Märkte zu erschließen. Mit dem BRA können wir jedoch die Hemmschwelle für internationale Aktivitäten deutlich senken und so auch kleine Unternehmen und StartUps bei diesen ersten schwierigen Schritten unterstützen“, so David Hermanns, Geschäftsführer des CyberForum e.V.

Im Rahmen der europäischen Projekte „UPSIDE“ und „Be Wiser“ wird das BRA in den kommenden beiden Jahren ausgebaut. Während „UPSIDE – User-driven Participatory Solutions for Innovation in Digitally-centred Ecosystems“, an welchem sowohl die Wirtschaftsförderung Karlsruhe als auch das CyberForum beteiligt sind, schwerpunktmäßig das Thema Smart Cities aus verschiedenen anwenderzentrierten Perspektiven beleuchtet, untersucht „Be Wiser – Building

Enterprises: Wireless and Internet Security in European Regions“, wie man CyberSecurity in Europa stärken kann. Beide Projekte werden durch das 7. Forschungsrahmenprogramm gefördert und verbinden verschiedene Cluster-Akteure aus Europa, welche die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Mitgliedsunternehmen durch Förderung von Kooperationen stärken wollen.

Über „UPSIDE“

Im Rahmen von „UPSIDE: User-driven Participatory Solutions for Innovation in Digitally-centred Ecosystems“ arbeiten elf Partner aus sechs europäischen Ländern zusammen, um Forschung, Innovationspotenzial und globale Wettbewerbsfähigkeit europäischer Regionen im Bereich partizipativer Innovationen durch die Vernetzung von Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Institutionen und politischen Entscheidungsträgern zu stärken.

Das CyberForum ist aufgrund seiner langjährigen Erfahrung im Bereich europäischer Forschungsprojekte der so genannte LEAD-Partner (Koordinator) des Projekts und zentraler Ansprechpartner für die Europäische Kommission. UPSIDE soll die Annäherung der digitalen Agenden der führenden IT-Cluster in den Partnerregionen fördern. Während der technologische Fokus auf der Entwicklung innovativer digitaler Dienste unter Einbezug potenzieller Anwender liegt, besteht die organisatorische Herausforderung darin, wie man Triple Helix Clusters effektiver in regionale Innovationsprozesse einbindet. Als Triple Helix Cluster bezeichnet man ein regionales Netzwerk, in dem Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung miteinander kooperieren, um gemeinsam wirtschaftlichen, sozialen und technologischen Herausforderungen zu begegnen. Da die teilnehmenden regionalen IT-Cluster unterschiedlich weit entwickelt sind, sollen erfahrenere Cluster die weniger entwickelten Cluster bei deren Aufbau bzw. Weiterentwicklung unterstützen. www.upside-project.eu/


Über „Be Wiser“

Zwölf Partner aus sieben europäischen Ländern arbeiten im Projekt „Be Wiser“ („Building Enterprises – Wireless and Internet Security in European Regions“) zusammen, um Europas Position bei der Markteinführung und dem Ausbau der Wettbewerbsposition im Bereich kabelloser Technologien zu stärken und damit die in der Digitalen Agenda für Europa aufgeführten Herausforderungen zu adressieren. Während der technologische Fokus hier auf der Sicherheit von kabellosen Internettechnologien liegt, besteht die organisatorische Herausforderung analog zu „UPSIDE“ im effizienteren Einsatz von Triple Helix Clustern in regionalen Innovationsprozessen. Auch bei „Be Wiser“ sollen weiter entwickelte Cluster die teilnehmenden Cluster mit niedrigerem Reifegrad bei ihrer Entwicklung unterstützen und damit die grenzüberschreitende Vernetzung von Regionen stärken. Einer der innovativsten Aspekte des Projekts ist die Entwicklung intelligenter Spezialisierungsstrategien in und zwischen den teilnehmenden europäischen Regionen.
www.be-wiser.eu/