„Finish IT“ als Erfolgsbeispiel in Berlin präsentiert

CyberForum 06.06.2013

In der Bildungspolitik werde zuviel von „Strukturen“ gesprochen, anstatt von „Personen“. Das war eine zentrale Aussage auf der Jahrestagung des Programmes „Perspektive Berufsabschluss“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union gefördert wird. Die Jahrestagung fand am 4. Juni in Berlin statt.

Dass sich eine genaue Fokussierung auf die „Personen“, also die Zielgruppe, auszahlt, zeigen Projekte von „Perspektive Berufsabschluss“ - wie „Finish IT“. Projektleiter Günter Breuninger vom CyberForum berichtete auf der Jahrestagung von den bisherigen Erfahrungen mit dem Nachqualifizierungsprojekt, das in der TechnologieRegion Karlsruhe bei gleichzeitigem Bedarf an IT-Fachkräften großen Anklang findet.

„Was uns besonders macht: eine unserer hauptsächlichen Zielgruppen sind Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher, die über Finish IT ihren Berufsabschluss nachholen können“, so Günter Breuninger, „und andererseits haben wir auch die Unternehmen im Blick, die qualifizierte Fachkräfte suchen. Durch Matching-Veranstaltungen vermitteln wir dann Projektteilnehmerinnen und Projektteilnehmer an die passenden Unternehmen, wo sie berufsbegleitend ihren IT-Abschluss nachholen können.“

Zwar läuft die offizielle Förderphase von „Perspektive Berufsabschluss“ und damit von „Finish IT“ nun aus. „Das Projekt läuft aber unabhängig davon weiter“, so Günter Breuninger. „Wir wollten schließlich kein Strohfeuer entzünden, sondern längerfristig durch Nachqualifizierung Fachkräfte gewinnen und vor allem: Studienabbrechern und Studienabbrecherinnen eine neue Perspektive durch einen IT-Berufsabschluss ermöglichen.“

Zusätzlich zu den Projekten der Förderinitiative „Abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung“ gab es auf der Jahrestagung von „Perspektive Berufsabschluss“ Einblicke in die andere Förderinitiative „Regionales Übergangsmanagement“, das Jugendlichen den Anschluss von der Schule in die Berufsausbildung erleichtern soll.

Neben Vertreter/-innen aus der Politik kamen bei der Tagung Projektleiter/-innen, -Mitarbeiter/-innen und -Teilnehmer/-innen zu Wort.
Dabei wurde deutlich: durch „Perspektive Berufsabschluss“ wurden die Grundlagen geschaffen, mehr (junge) Menschen zum Berufsabschluss zu bringen. Nun geht es darum, diese Basis weiter auszubauen und sie nachhaltig und vor allem verbindlich in der  Unternehmerlandschaft zu verankern.

Förderhinweis:


„Finish IT – abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung“ ist ein Projekt der „Perspektive Berufsabschluss“.
„Perspektive Berufsabschluss“ ist ein Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, das durch strukturelle Veränderungen den Anteil von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ohne beruflichen Abschluss dauerhaft senken will. 98 Projekte sollen dafür Netzwerke in zwei unterschiedlichen Förderschwerpunkten nachhaltig etablieren.

„Regionales Übergangsmanagement“ stimmt an 56 Standorten die verschiedenen bereits vorhandenen Förderangebote und Unterstützungsleistungen aufeinander ab, um Jugendlichen den Anschluss von der Schule in eine Berufsausbildung zu erleichtern.
„Abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung“ schafft durch 42 Projekte geeignete Rahmenbedingungen, um an- und ungelernten jungen Erwachsenen mit und ohne Beschäftigung einen nachträglichen Berufsabschluss zu ermöglichen.

„Perspektive Berufsabschluss“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung aus Bundesmitteln und von der Europäischen Union aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds in den Jahren 2008 bis 2013 mit insgesamt rund 67 Mio. € finanziert.