Online-Marktplatz für alle Gewerke- Süddeutsche Zeitung

Mitglieder 30.03.2017 Manopus UG

Vor drei Jahren gründeten die beiden Schreinermeister Danny Hammer und Siegfried Margrander in Karlsruhe gemeinsam mit Programmierer Marco Braun und Grafik-Designer Sebastian Schöneberg manopus.de – ein Internetportal für das Handwerk. Seit März 2016 ermöglicht es diese bisher einzigartige Plattform qualifizierten Handwerksbetrieben und Handwerkern in Deutschland, ihre Produkte direkt und ohne Zwischenhandel zu präsentieren und zu verkaufen.

Herr Hammer, wie kamen Sie und Ihre Partner auf die Idee, manopus.de zu gründen?

Danny Hammer: Siegfried Margrander und ich fertigen in unseren Schreinereien aufwändige Einzelstücke an. Wir fanden es schon immer sehr schade, dass wir diese Anfertigungen – in die wir ja auch bei der Entwicklung viele Ideen und unser Können stecken – nur einmal verkaufen. Denn auf der anderen Seite gibt es gerade in Deutschland zahlreiche Kunden, die genau solche hochwertigen Sonder- oder Spezialanfertigungen suchen. Nur wissen sie meist nicht, wo sie diese finden können. Mancherorts kennen die Leute ja sogar nicht mal die Schreinerei im Nachbarort. Weil sich aber ein Online-Shop für uns zeitlich, finanziell – so haben wir etwa beide allein gar nicht so viele Produkte anzubieten –, sowie von der Reichweite nicht lohnen würde, war ein Online-Marktplatz für alle Gewerke die Lösung. Zudem sind die Möglichkeiten für Handwerksbetriebe, ihre Produkte im Internet zu verkaufen, bisher sehr begrenzt. Während dagegen Online-Shops die Domäne der Industrie, der Großkonzerne sind.

Wie war die Anfangszeit für Sie als Gründer?

Sehr spannend und natürlich auch sehr arbeitsintensiv. Jeder von uns hat ja noch seine eigene Firma und deshalb ist erst einmal sehr, sehr viel von unserer Freizeit in das Internetportal geflossen. Außerdem war es ein ziemlicher Nervenkitzel für uns, abzuwarten, bis der erste Kunde etwas über manopus.de bestellt hat. Momentan kommt täglich eine neue Werkstatt mit ihren Produkten dazu. Anfangs mussten wir jedoch auf die Handwerksbetriebe und Handwerker ganz direkt zugehen und ihnen unser Portal näherbringen. Auch jetzt greifen wir noch zum Telefon, halten Vorträge oder gehen auf Messen, um unsere Plattform Handwerkern deutschlandweit vorzustellen. Wir sind überzeugt davon, dass – längerfristig gesehen – immer mehr Kunden so zum Handwerk finden. Eine große Zahl von ihnen informiert sich ja jetzt schon ausgiebig im Internet, bevor sie etwas kaufen. Aber vielen, insbesondere älteren Kollegen von uns, fehlt leider der Bezug zum Internet.

Wie garantieren Sie den Kunden einerseits  die Qualität der Produkte auf dem Portal und andererseits die Qualifikation der Handwerksbetriebe?

Wir stellen persönlich sicher, dass die Produkte von Gesellen und Meistern aus dem deutschen Handwerk selbst hergestellt oder weiterverarbeitet wurden. Dazu überprüfen wir einerseits die entsprechende Qualifikation bei der Handwerkskammer. Den Nachweis darüber verlangen wir bei der Einrichtung des Shops auf manopus.de. Andererseits behalten wir uns vor, die angebotenen Produkte auf ihre Herkunft und Herstellung zu überprüfen. 

Welche Ziele haben Sie sich mit manopus.de als nächstes gesetzt?

Wir wollen die Plattform weiter ausbauen und wachsen. Deshalb haben wir jetzt noch einen Fachmann für Content Marketing, zwei Mitarbeiter für den Vertrieb sowie einen Werksstudenten für die Programmierung eingestellt. Und durch unsere Präsenz auf der Internationalen Handwerksmesse in diesem Jahr hoffen wir, möglichst viele weitere Handwerksbetriebe für unsere Idee begeistern zukönnen.

Interview: Franziska Günther / Süddeutsche Zeitung