Superfood - supergut?

Mitglieder 20.06.2017 Techniker Krankenkasse

Sie machen uns fit, schön und gesund. Sie sind die Alleskönner unter den Lebensmitteln. Dieser Ruf eilt ihnen jedenfalls voraus, den so genannten Superfoods. Aber was ist wirklich dran?

Chia-Samen, Acai- und Goji-Beeren, roher Kakao, Spirulina- oder Chlorella-Algen und wie sie alle heißen - Superfoods füllen nicht nur die Lifestyle- und Foodblogs, sondern mittlerweile auch die Regale konventioneller Supermärkte.

So unterschiedlich die einzelnen Produkte sind, so ähnlich werden sie angepriesen: Die Superfoods kommen in der Regel aus exotischen Ländern, wo sie angeblich seit Jahrhunderten wegen ihrer wertvollen Inhaltsstoffe von Naturvölkern wie den Mayas oder den Azteken geschätzt werden.

Sie strotzen natürlich vor Vitaminen, Mineralien und anderen Fitmachern. Die Omega-3-Fettsäuren, Polyphenole und Antioxidantien schützen die Zellen, was Superfoods zu wahren Faltenkillern macht. Und die besondere Kombination der Inhaltstoffe stärkt das Immunsystem, senkt das Krebsrisiko und verlängert das Leben. Soweit der Mythos - und wie sieht die Realität aus?

Superfoods bewirken keine Wunder

Superfoods enthalten unbestritten gesunde Wirkstoffe, Allheilmittel sind sie nicht. Wer sich insgesamt einseitig ernährt, dem nützt es wenig, alle drei Wochen ein paar Superbeeren ins Müsli zu mischen. Wer wirklich gesund leben will, sollte auf eine ausgewogene Ernährung, viel Bewegung und ausreichend Schlaf achten.

TK-Ernährungsexpertin Nadine Müller: "Diese Lebensmittel können keine gesunde und ausgewogenen Ernährung ersetzen, sondern nur ergänzen. Sie alleine schützen uns nicht vor Krankheit oder machen uns weder gesund noch schön."

Gute Alternativen zum Superfood

Für die meisten der exotischen Produkte gibt es heimische Alternativen, weiß Nadine Müller: "Zum Beispiel soll die Acai-Beere wegen ihres hohen Anteils an Antioxidantien, die unsere Zellen vor freien Radikalen schützen sollen, gesund sein. Unsere heimischen Lebensmittel wie Trauben oder Holunder können es aber locker mit der Acai-Beere aufnehmen."

Chia-Samen hätten einen besonders hohen Anteil an Eisen oder Kalzium", so Müller. "Man muss aber beachten, dass man von Chia-Samen nur einen Teelöffel verzehrt - von Spinat oder Bananen kann man deutlich mehr essen. Hierdurch relativieren sich die Werte wieder."

Es gibt also gute Alternativen zu den teuren Exoten: Zum Beispiel Blaubeeren, rote Trauben, Spinat, Grünkohl, Kürbiskerne oder Leinsamen.

Weitere Alternativen finden Sie hier: www.tk.de/tk/ernaehrungstrends/gutes-essen/vorstellung-food-heroes/772860

Klingt zwar nicht so aufregend wie "Superfood". Aber sie sind günstiger, müssen nicht erst aus Asien oder Amerika importiert werden und haben, was gesunde Inhaltsstoffe betrifft, genauso viel zu bieten.