T.P.I. gewinnt Energy Award 2016

Mitglieder 29.11.2016 T.P.I. Trippe und Partner

Energieeffizienz in Rechenzentren - Nationaler Preisträger 

Die Karlsruher T.P.I. Trippe + Partner Ingenieurgesellschaft ist mit dem deutschen Energy Award 2016 in der Kategorie Industrie ausgezeichnet worden. Mit dem unter der Schirmherrschaft von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel stehenden Preis werden jährlich die innovativsten Projekte zum Thema Energieeffizienz und regenerative Energien prämiert. In diesem Jahr setzte sich ein von T.P.I. geplantes und von e³ computing konzipiertes Hochleistungs-Rechenzentrum unter fast 200 Bewerbern als Sieger durch.

"Supereffizienz made in Germany"

80 Prozent weniger Stromverbrauch, jährlich um vier Millionen Euro geringere Energiekosten, 15 bis 20 Millionen Euro an Baukosten – all das spart der „Green IT Cube“ – so der Name des dahinter stehenden Konzepts – ein. „Supereffizienz made in Germany - genial einfach, einfach genial“, brachte es Brigitte Zypries, Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, auf den Punkt. 

Das ist keine Fiktion, sondern bereits in der Praxis erprobt und zwar am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt. Im dortigen neugebauten Hochleistungs-Rechenzentrum feierte dieses Konzept im großtechnischen Maßstab Premiere. „In der Größenordnung von 12.000 Kilowatt IT-Last ist dieses Rechenzentrum das erste seiner Art“, betont Jörg Trippe, Gründer und Geschäftsführer der Trippe und Partner Ingenieurgesellschaft.

Platz- und Stromfresser Nummer eins bei Rechenzentren ist deren Kühlung. „Herkömmlich erfolgt die Kälteerzeugung über konventionelle Kältemaschinen, im Green IT Cube dagegen ausschließlich über Verdunstungskühltürme und somit mit ‚Umweltenergie’. Dadurch wird viel elektrische Energie und somit viel Geld eingespart“, erklärt Markus Betz, Geschäftsführer Technik bei T.P.I.. Darüber hinaus wird hier nicht wie üblich mit Luftkühlung gearbeitet, sondern die Racks werden direkt mit Wasser gekühlt. Dazu dienen in die Schranktüren integrierte Wärmetauscher.

Klimaschutz mit schwarzen Zahlen

Rund ein Drittel des Jahres-Energieverbrauchs der Rechner wird normalerweise für die Kühlung benötigt. Im Green IT Cube sind es weniger als fünf Prozent. 

Auf die Laufzeit eines solchen Hochleistungs-Rechenzentrums von 15 bis 20 Jahren gerechnet, bedeutet das eine Einsparung an Energiekosten von bis zu 60 Millionen Euro. Darüber hinaus leistet dieses Konzept einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz: die CO2-Emissionen werden damit um 14.000 Tonnen pro Jahr reduziert, das entspricht einer CO2-Reduktion bei der Kühlung von 85 Prozent gegenüber herkömmlichen Kühlsystemen. 

Welches globale Umwelt-Potenzial in dieser Technik steckt, zeigt Markus Betz auf: „Alle Rechenzentren verursachen weltweit rund zwei Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes. Das entspricht fast dem gesamten deutschen Anteil an den globalen Emissionen oder dem des weltweiten Flugverkehrs.“ 

Darüber hinaus benötigt der Green IT Cube deutlich weniger Platz: Auf diese Weise können bis zu 30 Prozent der Grundfläche und bis zu 50 Prozent des Bauvolumens eingespart werden.


Weitere Infos und Videos:
- www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/energy-awards-preiswuerdige-ideen-fuer-die-energiewende/14627172.html
- www.youtube.com/watch
- www.n-tv.de/mediathek/videos/wirtschaft/Start-ups-krempeln-die-Energiebranche-um-article18761291.html