Wettbewerb Zukunftsstadt: BMBF wählt 52 Kommunen aus

CyberForum 16.04.2015

Eine Pressemitteilung der Stadt Karlsruhe

Wie sieht die Stadt von morgen aus? Um diese Frage geht es im Wettbewerb „Zukunftsstadt“, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Wissenschaftsjahr 2015 startet. 52 ausgewählte Städte, Gemeinden und Landkreise entwickeln dafür gemeinsam mit Bürgern, Wissenschaft, lokaler Politik, Wirtschaft und Verwaltung eine ganzheitliche und nachhaltige Vision 2030+ für ihre Kommune. In Dresden gab heute Bundesforschungsministerin Johanna Wanka die Namen der 52 geförderten Kommunen bekannt – auch Karlsruhe ist dabei. "Dieser Erfolg ermutigt uns, unseren Anspruch konsequent weiter zu verfolgen: Karlsruhe will zu einer Denkfabrik für die Stadt der Zukunft werden", freut sich Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup über die Entscheidung des Ministeriums. "Im Jahr des 300. Stadtgeburtstags wird sehr deutlich, dass Karlsruhe sich seit Gründung immer wieder neu erfunden hat und immer wieder Antworten auf neue Herausforderungen gefunden und umgesetzt hat. Diese Tradition ist für uns Verpflichtung, und das nächste Etappenziel sind 2017 die Heimattage in Karlsruhe als Forum, um die Stadt als Heimat neu zu definieren".

Karlsruhe 2030+ - eine Stadt, in der systematisch Informations- und Kommunikationstechnologien sowie ressourcenschonende Technologien eingesetzt werden, um den Verbrauch von Ressourcen zu verringern, die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger und die Wettbewerbsfähigkeit der ansässigen Wirtschaft dauerhaft zu erhöhen. Mit dieser Zielsetzung soll auf Stadtteilebene eine, auch auf andere Stadtteile übertragbare, SmartQuarterVision KA 2030+ entwickelt werden, die von einer breiten Akzeptanz in der Bürgerschaft getragen wird. Anhand von zwei Referenz-Stadtteilen, Knielingen und Mühlburg, werden verschiedene Ansätze der Bürgerbeteiligung zur Visionsentwicklung unter wissenschaftlicher Begleitung durchgeführt und evaluiert.

Knielingen und Mühlburg als Referenz-Stadtteile

Als Referenz-Stadtteile wurden Knielingen und Mühlburg ausgewählt, weil diese von der Struktur her einen Großteil der anderen Stadtteile repräsentieren. So steht Mühlburg für eine gründerzeitliche Bebauung mit gemischter Bevölkerung. Und Knielingen vertritt die Stadtteile im Aufbruch: Einerseits gibt es hier noch einen alten Dorfkern, andererseits aber auch neue Neubaugebiete. Zudem sind in Knielingen Stadtviertel aus den 1960er und 1970er Jahre zu finden. In Knielingen startet die Stadtteilentwicklung im Frühsommer. Die Mitwirkung der Bevölkerung an diesem Prozess soll mit der Beteiligung der Knielinger an SmartQuarterVision KA 2030+ verknüpft werden. In Mühlburg soll die Auseinandersetzung mit einer technologiegestützen Zukunft auf die bereits etablierte Bürgerbeteiligung im Zuge des dortigen Sanierungsgebietes aufbauen.

SmartQuarterVision KA 2030+ ist ein gemeinsames Projekt der Stadt Karlsruhe, des CyberForums, des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und des Europäischen Instituts für Energieforschung (EIFER).

Bundesweit konnten sich bis zum 27. März 2015 Städte, Gemeinden und Landkreise mit einem Konzept für die Entwicklung einer nachhaltigen Vision 2030+ bewerben. 52 Kommunen wurden nun von einer unabhängigen Expertenjury aus 168 Bewerbungen ausgewählt. In der ersten Phase des Wettbewerbs während des Wissenschaftsjahres 2015 – Zukunftsstadt werden die Kommunen im Bürgerbeteiligungsprozess eine Vision mit dem Zeithorizont 2030+ für ihre Kommune entwickeln und Handlungs- bzw. Umsetzungs-vorschläge erarbeiten. 1,75 Millionen Euro stellt das BMBF dafür insgesamt bereit. In der zweiten Phase ab 2016 prüfen bis zu 20 ausgewählte Kommunen diese Vorstellungen wissenschaftlich und erarbeiten ein umsetzungsreifes Konzept. In der dritten Phase ab 2018 werden schließlich bis zu acht ausgewählte Kommunen erste innovative Ideen in so genannten „Reallaboren“ in die Praxis umsetzen.

Der Wettbewerb „Zukunftsstadt“ zeigt, wie Bürger und Forschung schon heute dazu beitragen können, Städte nachhaltig und lebenswert zu gestalten. Bürger, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung entwickeln gemeinsam Visionen für die Zukunft ihrer Kommunen und erproben diese vor Ort: Es geht um sichere Energie, um klimaangepasstes Bauen, bezahlbares Wohnen, um Arbeiten, Freizeit, Kultur, Bildung, Mobilität und vieles mehr. Der Wettbewerb „Zukunftsstadt“ startet im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2015 – Zukunftsstadt, einer Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD).

Bild: Jesussanz, Thinkstock




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