Erzielung steuerpflichtiger Einkünfte mit YouTube-Kanal

Mitglieder 13.08.2019 Maisenbacher Hort + Partner Steuerberater Rechtsanwalt

Erfolgreiche YouTuber mit vielen Zuschauern können mit ihrem YouTube-Kanal Geld verdienen. Aus steuerlicher Sicht stellt sich die Frage, ob hiermit steuerpflichtige Einkünfte erzielt werden.

Um zu entscheiden, welcher Einkunftsart die Einnahmen zuzuordnen sind, muss betrachtet werden, womit die YouTuber Einnahmen erzielen. Hierbei gibt es verschiedene Einnahmequellen. Beispielsweise kann der Betreiber eines YouTube-Kanals durch Werbeanzeigen in den Videos Einnahmen erzielen. Je nachdem, wie lange sich ein Zuschauer ein Werbevideo ansieht, erhält der YouTuber eine Vergütung. In vielen YouTube Videos kommt es auch zu der Platzierung bestimmter Produkte eines Herstellers, indem der YouTuber die Artikel in seinen Videos verwendet und anpreist. Hierfür erhält er dann vom Hersteller Geld- oder Sachzuwendungen. Einige YouTuber bekommen auch Markendeals oder verlinken Partner und erhalten Umsatzprovisionen, wenn der Zuschauer nach Aufruf des Links beim Partner Einkäufe tätigt.

Die Einnahmen eines YouTubers stammen also grundsätzlich aus Marketing und Werbung. Diese Einnahmen stellen Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 15 Einkommensteuergesetz) dar.

Von Einkünften aus selbständiger Arbeit (§18 Einkommensteuergesetz) ist regelmäßig nicht auszugehen. Eine künstlerische Tätigkeit kann in der Werbung nicht gesehen werden, da für die Werbetätigkeit keine eigene schöpferische Leistung und kein (Berufs-)Schauspielern erforderlich ist. Auch eine unterrichtende Tätigkeit liegt nicht vor, da keine persönliche Beziehung zwischen dem YouTuber und seinem Zuschauer vorliegt.

Für den Ansatz von Einkünften aus Gewerbebetrieb ist jedoch zu prüfen, ob eine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt oder, ob der YouTuber seinen Kanal nicht vielmehr als Hobby und aus persönlichen Gründen oder Neigungen betreibt (sog. Liebhaberei). Eine Gewinnerzielungsabsicht liegt vor, wenn über die gesamte Zeit des Bestehens des Gewerbebetriebs von der Gründung bis zur Beendigung ein Totalgewinn erzielt wird. Die wenigsten YouTuber sind vermutlich in der Lage, mit ihrem Kanal tatsächlich Gewinne zu erzielen. Im Falle der Liebhaberei liegen keine Einkünfte aus Gewerbebetrieb vor und hieraus erzielte Verluste werden steuerlich nicht anerkannt.

Alles, was Sie wissen müssen, erfahren Sie gerne bei uns: www.mhp-kanzlei.de, Tel. 0721 / 9633-145