Es gibt keine Fehlentscheidung, nur das Fehlen einer Entscheidung

CyberForum 02.12.2020

Am Dienstag den 01.12. fand die Kooperationsveranstaltung zwischen der TK Karlsruhe und dem CyberForum e.V. zum Thema „Führung im Wandel“ statt. Über 200 Teilnehmende aus ganz Deutschland verfolgten online die beeindruckende Keynote von Pilot und Speaker Philip Keil sowie eine spannende Experten-Diskussion rund um die Zukunft von Führung. 

Klaus MuslerLeiter des Kundenservice TK Karlsruhe und Mittelbaden, sowie Matthias HornbergerVorstandsvorsitzender des CyberForum eröffneten die virtuelle Veranstaltung. Sie begrüßten die Zuschauer vor den Bildschirmen und stellten die Teilnehmenden der Expertenrunde, Karen Walkenhorst (Vorständin TK)Julia Münster (Chief Human Resources Officer diva-e GmbH), David Hermanns (Geschäftsführer CyberForum e.V.), sowie den Berufspiloten und Keynote Speaker Philip Keil vor. Matthias Hornberger erwähnte dabei, dass Piloten mobile Führung ohne direkten Kontakt zum Team quasi erfunden hätten, weshalb er sich ganz besonders auf den Vortrag von Philip Keil freue. Roger ZimmermannCEO und Founder von Next Entrepreneurs Organisation gUG, führte als Moderator durch die Veranstaltung. 

 

Führungskräfte und Piloten haben viel gemeinsam 

Es sei besonders spannend, in der aktuellen, herausfordernden Zeit die Eigenschaften von Führungskräften und Piloten zusammenzubringen, da diese sehr viel gemeinsam hätten, so Philip Keil. Beide haben ein Team zu führen, müssen schwierige Entscheidungen treffen und das manchmal unter Zeitdruck, wobei sie gleichzeitig die volle Kontrolle haben müssen.  

Er führte seine Keynote fort, indem er von seinem Beinahe-Absturz über der ägyptischen Wüste – seinem persönlichen Decision Point – erzählte. „Heute steht die gesamte Gesellschaft vor einem solchen Decision Point“, so Philip Keil. Nun müsse jeder entscheiden, wie man damit umgehe und welche Lehren man aus den Höhen und Tiefen sowie dem Erfolg und Scheitern ziehe.  

Krisen bringen häufig das Gefühl von Kontrollverlust mit. Gerade in solchen Situationen suchen die Menschen nach Orientierung und brauchen Führung mehr als je zuvor. Dabei heißt gut gemanagt nicht gleich gut geführt. Eine Krise kann man managen. Aber Führen bedeutet Vertrauen und wer führen will, muss Menschen erreichen“, erzählt der Keynote Speaker des Abends.  

 

Das Team macht den Unterschied 

Nach seinem Beinahe-Absturz hat Philip Keil sich mit vielen Abstürzen beschäftigt und nach Faktoren gesucht, die den Unterschied zwischen einer Notlandung und einem Crash gemacht haben. Dabei hat er einige Faktoren erkannt, die er an Führungskräfte weitergeben möchte. Zunächst sei es wichtig zu erkennen, dass man in einer Krise seine Perspektive anpasst und sich nicht darauf fokussiert, was nicht funktioniert, sondern auf das, was noch funktioniert. Außerdem, so erzählt er, sei nie ein Fehler das Problem, sondern die Fehlerkette und wie man mit Fehlern umgeht. Wichtig sei außerdem, dass das Team einen klaren Fokus hat, jeder seine Rolle kennt und dafür das volle Vertrauen erhält. Diese Teamkultur des Vertrauens sei aber nur möglich, wenn sich die Führungskraft auf dasselbe Level stellt, wie das Team.  

Zum Schluss betonte er, dass es nicht darum gehe, den richtigen Weg zu finden, sondern dass man seinen eigenen Weg geht. Wir hätten mit unserem Herz alle einen Kompass, der uns leitet. Was wir brauchen, sei jedoch der Mut, ihm auch zu folgen. Und dabei sei Vertrauen der Treibstoff für Erfolg. 

 

Vertrauen, Respekt und Verantwortung 

In der anschließenden Podiumsdiskussion ging es darum, wie die Corona-Pandemie die Führungskultur beeinflusst hat, wie die Führung der Zukunft aussehen wird und was sich die vier Experten dafür wünschen.  

„Führung ist in den letzten Monaten viel wichtiger geworden, als sie je war. Dabei ist vor allem die Kommunikation ein wichtiger Aspekt. Wir müssen viel mehr und intensiver miteinander reden und auch neue Rituale schaffen“, berichtet Karen Walkenhorst, Vorständin der TK über die Führung in Zeiten des mobilen Arbeitens. David Hermanns ergänzt, dass Vertrauen in die Führung eine wichtige Rolle spiele und dass man andersrum Vertrauen in die Mitarbeitenden haben solle, satt Kontrollmechanismen einzurichten.  

Auch für Julia Münster von diva-e Digital Value Excellence GmbH sind Vertrauen, Respekt und Verantwortung die wichtigsten Werte, welche die Grundlage für Ihre Führung bilden. Dies wünsche sie sich im Gegenzug auch von ihren Kolleginnen und Kollegen. Zum Abschluss wünschten sich die Experten, dass man aus dieser Krise Positives lernt sowie erkennt und schätzt, was man in diesem Jahr geschafft und erarbeitet hat. Denn es geht nicht darum, wieder dahin zu kommen, wo wir waren.