Female Founders Night – neues Netzwerkformat für Frauen

CyberForum 22.03.2018 Maxine von Grumbkow

Dem Deutschen Startup Monitor zufolge beträgt der Anteil an Gründerinnen in Deutschland nur 14,6 Prozent, im Raum Stuttgart/Karlsruhe nur 13,3 Prozent – im Vergleich zum Vorjahr ist die Tendenz zwar steigend, dennoch machen Frauen nur einen geringen Anteil an Gründern aus. Dem gegenüber steht ein Anteil von 40 Prozent Frauen unter den Selbständigen. Woran liegt das? Gründen Frauen tatsächlich anders? Gehen sie mit Problemen und Fragestellungen anders um?
Das CyberForum blickt auf 20 Jahre Netzwerkerfahrung zurück. Von jungen Gründerinnen und Gründern bis hin zu erfahrenen Unternehmerinnen und Unternehmern – unter den über 1.200 Mitgliedern findet ein reger Erfahrungsaustausch statt und in über 170 Veranstaltungen im Jahr kommen Interessierte aus allen Bereichen zusammen. Jetzt baut das CyberForum ein Netzwerk im Netzwerk speziell für Frauen auf; der Startschuss hierfür fiel mit der ersten Female Founders Night am 15 März im CyberLab.

Die Female Founders Night richtet sich ausschließlich an aktuelle und künftige Gründerinnen sowie langjährige Unternehmerinnen und Selbständige, ohne dabei eine bestimmte Branche in den Fokus zu nehmen, bietet die Möglichkeit des Austausches und des Aufbaus eines beruflichen Netzwerkes. 

Erfolgreiches Kickoff mit 70 Teilnehmerinnen im CyberLab

„Es war wirklich Zeit für dieses spezielle Frauen-Format“, betont Kerstin Weber-Sanguigno, Leiterin Mitglieder, Netzwerke & Kooperationen im CyberForum. „Das haben wir relativ schnell an der großen Nachfrage und dann auch an dem intensiven Networking bemerkt. Ich bin überzeugt, wir haben hier einen unschätzbaren Mehrwert für Gründerinnen und Unternehmerinnen geschaffen und werden das Event auf jeden Fall wiederholen.“

Atmen und Gründen – beides ist etwas Selbstverständliches, wenn es nach Anita Berres geht: „Die Female Founders Night hatte Premiere und viele interessierte Frauen kamen, was uns wirklich unheimlich gefreut hat. Ich war beeindruckt vom Interesse und der Vielfalt der Teilnehmerinnen. Die Lautstärke war beeindruckend, das schwirrende Summen erinnerte beinahe an einen Bienenstock.“ Anita Berres ist Geschäftsführerin von Berres – Strategie & Kinesiologie, Mentorin im IT-Accelerator CyberLab und Mitwirkende bei der Premiere der Female Founders Days, die im Mai zum ersten Mal stattfinden. „Der Einstieg mit prägnanten Statements der erfahrenen und auch der ‚jungen‘ Gründerinnen brachte gleich einiges auf den Punkt: Gründen mit Familie geht auch und ist nicht nur schwierig, Umwege über Anstellungen bringen manchmal erst den notwendigen Schwung, Familien- und Unternehmensgründung bei gleichzeitiger Promotion ist ein echter Dreier-Pack, aber möglich“, resümiert Berres, die am Abend als Mit-Initiatorin der Female Founders Night und selbst erfahrene Unternehmerin auf der Bühne stand. 

Fünf Gründerinnen erzählten

Die Eröffnung des Abends übernahmen fünf beispielhafte Gründerinnen aus dem Netzwerk des CyberForum. Edith Binder, Erfindern des Olaf Nasensaugers, berichtete, wie sie zum Gründen kam: „Ich suchte immer nach Lösungen, wie ich meine Arbeit oder die Arbeit meiner Kolleginnen verbessern kann.“ Die Ungarin kam 1992 zum Studium nach Deutschland, 2002 wurde sie Mutter. Die Idee zum Nasensauger kam ihr, als ihr kleiner Sohn mit einer verstopften Nase zu kämpfen hatte.

„Ich kenne nicht sehr viele Gründerinnen!“ Mit diesem Statement stieg Ariane Goehringer, Gründerin des Fitnessgeräts Sywos in ihre Kurzvorstellung ein. Mit ihrer Erfindung trat sie 2017 in der Höhle der Löwen an und ist heute erfolgreiche Unternehmerin. „Ich habe etwas getan, wovon mir viele abrieten“, erzählte Goehringer. „Ich habe in der Familie, gemeinsam mit meinem Vater, gegründet.“

„Ich will das nicht mehr machen. Es war mir zu statisch, zu eng.“ – Beweggründe für Iris Pantle, promovierte Maschinenbau-Ingenieurin am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), aus ihrem Beruf auszusteigen und zu gründen. „Man braucht einen langen Atem, man muss sich durchsetzen.“ Mit Nuberisim gründete sie eine Plattform, die lärmbasierte Strömungssimulationen und -prognosen ermöglicht.

Heisenberg Quantum Simulations liefert Algorithmen zur Vorhersage von Molekül- und Materialeigenschaften für die Chemie-, Pharma- und Tech-Industrie. Gründerin Iris Schwenk meint: „Frauen müssen den Mut finden, sowas zu machen – und vor allem auch behalten!“ Die junge Mutter und Physikerin durchläuft mit ihrem Startup gerade das CyberLab und promoviert nebenbei am KIT. „Warum ich gegründet habe? Weil es so passiert ist! Man muss es einfach versuchen. Und wenn es schiefgeht, dann muss ich eben was anderes machen!“

In anschließenden, World-Café ähnlichen Sessions kamen die Teilnehmerinnen der Female Founders Night zusammen und konnten in persönlichen Gesprächen ihre Fragen stellen: An verschiedenen Stationen wurden die Themen Team, Personal, Fehlerkultur, Recht, Finanzen, Marketing und Vertrieb in den Fokus genommen.

Save-the-Date: Female Founders Days im Mai

Am 9. und 10. Mai finden für Gründerinnen mit Geschäftsidee die Female Founders Days im CyberLab statt. In Zusammenarbeit mit Mentorinnen und Coaches des CyberForum können interessierte Frauen an ihrem Business arbeiten und an zwei intensiven Nachmittagen an ihrer Geschäftsidee feilen.

Wer interessiert ist, kann sich bewerben unter lab@cyberforum.de.

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