Förderung von Elektrofahrrädern / Fahrrädern

Mitglieder 14.06.2019 Maisenbacher Hort + Partner Steuerberater Rechtsanwalt

1. Zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Gehalt überlassene E-Bikes

Seit Jahresbeginn fördert der Gesetzgeber die Überlassung von (Elektro-)Fahrrädern an Arbeitnehmer zur Privatnutzung. Der geldwerte Vorteil für die Privatnutzung (einschließlich Privatfahrten, Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte oder zum Sammelpunkt sowie für Familienheimfahrten bei Vorliegen einer doppelten Haushaltsführung) ist nach § 3 Nr. 37 EStG seit 2019 steuerfrei.

Die Vorschrift zu der Steuerbefreiung ist zunächst auf 3 Jahre zeitlich befristet und gilt vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2021.

Voraussetzung für die Steuerbefreiung ist, dass es sich um ein betriebliches Fahrrad handelt, das nicht als Kraftfahrzeug gilt. Hierunter fallen „normale“ Fahrräder sowie „kleine“ Elektrofahrräder (d. h. Tretunterstützung bis max. 250 Watt und max. 25 km/h, keine Kennzeichen-und Versicherungspflicht).

Außerdem muss die Überlassung des (Elektro-)Fahrrads zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erfolgen. Eine Gehaltsumwandlung zu Gunsten der Steuerfreiheit ist nicht möglich.

Die Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 37 EStG gilt für Arbeitnehmer im steuerrechtlichen Sinne. Sie umfasst somit auch die Überlassung von (Elektro-)Fahrrädern an Mini-Jobber und Gesellschafter-Geschäftsführer.

Vorteilhaft ist, dass die steuerfreie Arbeitgeberleistung, die auch Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte umfasst, nicht auf die Entfernungspauschale angerechnet wird.

Die Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 37 EStG löst darüber hinaus auch die Sozialversicherungsfreiheit aus.

2. Besteuerung des geldwerten Vorteils für aus Gehaltsumwandlungen überlassene betriebliche E-Bikes

Es gilt grundsätzlich die 1%-Regelung wie bei Pkws. Mit den Ländererlassen vom 13.03.2019 haben die obersten Finanzbehörden aber festgelegt, dass die Bewertung des geldwerten Vorteils hinsichtlich der Privatnutzung des (Elektro-)Fahrrads mit 1% der auf volle 100 EUR abgerundeten halbierten unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers, Importeurs oder Großhändlers im Zeitpunkt der Inbetriebnahme des (Elektro-)Fahrrads einschließlich Umsatzsteuer erfolgt.

Dies gilt für betriebliche (Elektro-)Fahrräder (soweit kein Kraftfahrzeug), die dem Arbeitnehmer erstmals nach dem 31.12.2018 und vor dem 01.01.2022 überlassen werden. Es kommt hierbei auf die erstmalige Nutzungsüberlassung an. Wann der Arbeitgeber das (Elektro-)Fahrrad angeschafft, geleast oder hergestellt hat, spielt keine Rolle. Wird dem Arbeitnehmer im Jahr 2019 ein (Elektro-)Fahrrad überlassen, das bereits vor dem 01.01.2019 einem anderen Arbeitnehmer zur Privatnutzung überlassen worden war, ist die Regelung nicht anwendbar (d. h. Bewertung des geldwerten Vorteils mit 1% der vollen unverbindlichen Preisempfehlung).

Die 44 EUR-Freigrenze kommt nicht zur Anwendung, da die Bewertung des geldwerten Vorteils mit einem Durchschnittswert erfolgt. Auch der Rabattfreibetrag ist grundsätzlich nicht zu gewähren, es denn die Nutzungsüberlassung von Fahrrädern gehört zur Angebotspalette des Arbeitgebers (z. B. Fahrradverleihfirma).

Die Möglichkeit, den Akku des Elektrofahrrads beim Arbeitgeber kostenlos aufzuladen ist im Übrigen gemäß § 3 Nr. 46 EStG steuerfrei.

Wir weisen darauf hin, dass die umsatzsteuerliche Behandlung derzeit offen ist. Es ist nicht geklärt, ob die Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 37 EStG und die Berücksichtigung der halbierten unverbindlichen Preisempfehlung bei der Bewertung des geldwerten Vorteil für die Privatnutzung auch bei der Umsatzsteuer zukünftig Anwendung finden werden.

Alles, was Sie wissen müssen, erfahren Sie gerne bei uns: www.mhp-kanzlei.de, Tel. 0721 / 9633-145