Ideen, Innovationen und Investments

CyberForum 25.10.2019

Nahezu 100 Teilnehmer und Mitwirkende zählte der baden-württembergische Kongress für Business Angels (BA) in diesen Tagen in den Räumen der IHK Karlsruhe. Acht Teams unterschiedlichster Branchen pitchen vor Publikum und Jury ihre Ideen. Was gefiel konnte mit virtuellen CyberCredits belohnt werden. Wer am Ende das höchste „Investment“ eingefahren hatte, sollte als Sieger aus dem BA-Kongress hervorgehen. Doch zuvor konnten die hochkarätigen Investoren in Einzelgesprächen mit den Startup-Teams Einzelheiten oder Details zu den Geschäftsmodellen hinterfragen.

Mückenstiche und Lufttaxis

Der Kongress, zu dem das CyberLab aus Karlsruhe, der IT Accelerator des Landes Baden-Württemberg, eingeladen hatte, stand unter dem Motto „Go big (or go home!) – Ideen, Innovationen, Investments“. Passend hierzu, die Keynote des Tages von Michael Wieser, der als Investor von Volocopter ein Vorzeigeunternehmen unterstützt, das weltweit auf Interesse stößt. Für Wieser stehe bei dem Investment jedoch nicht der Flugzeugbauer als solcher im Fokus. Vielmehr ginge es um Mobilitätsfragen: „Wir lösen ein Verkehrsproblem“, so Wieser wörtlich.

Erst in dieser Woche hat das „sichere, zeitsparende und emissionsfreie Fluggerät“ seinen ersten bemannten Testflug in Singapur erfolgreich absolviert. Wieser berichtete, dass sich nahezu wöchentlich Delegationen aus der ganzen Welt auf den Weg nach Bruchsal begeben, um am Volocopter Firmensitz zu erfahren, ob das Flugtaxi auch eine Lösung für deren individuelles Verkehrsthema sein könne. Eine Entwicklung, über die sich auch Daimler freue, die als Co-Investor der Volocopter-Entwicklung vertrauen. Dass das große Ziel am Ende ein autonom fliegender Volocopter sei, begeistere insbesondere die Investoren, so Wieser: „Bei den Tests werden keine Leben riskiert.“

Um Fluggeräte ganz anderer Art, kümmern sich auch die Gewinner der Gründer-Pitches beim baden-württembergischen BA-Kongress 2019. Lukas Liedtke staunte nicht schlecht als er nach einer der erfolgreichsten Funding-Kampagnen der Crowdfunding-Plattform Startnext auch beim BA-Kongress mit Abstand die höchsten „CyberCredit-Investments“ auf sich vereinen konnte. Mit seinem Startup Heat IT kümmern sich Liedtke und die Co-Founder Stefan Hotz, Armin Meyer und Christo Reuter um die smarte Behandlung von Mücken- und Insektenstichen. Ein Ansteckdevice für das eigene Smartphone hilft mittels Wärme bei der sekundenschnellen Behandlung von Insektenstichen. Ein Prinzip, das von dem im CyberLab tätigen Team so entwickelt wurde, dass es einfach und in der Handhabung selbst von Laien simpel zu handhaben ist. Das hat auch die bundesweite Presse erkannt und bereits vielfach über die Heat IT Lösung berichtet.

„50 Millionen versenken ist irrelevant“

Die abschließende Podiumsdiskussion moderierte Matthias Hornberger, der als Vorsitzender des CyberForums neben den Partnern venture forum Neckar, MAFINEX-Gründerverbund, Startup Angels Alb-Bodensee und die Business Angels Region Stuttgart zu den Gastgebern der Veranstaltung zählte. An der Diskussion beteiligten sich die Investoren Michael Wieser (Partner@Helvetia Venture Fund), Andreas Fischer (First Momentum Ventures), Bernhard Janke (LEA Partners), Dr. Friedrich G. Hoepfner (Hoepfner Strategie) sowie Jan Sessenhausen von Tengelmann Ventures. Sessenhausen war es dann auch, der mit einer markanten Aussage insbesondere bei den Gründern im Publikum für Aufsehen sorgte: „Wir haben lernen dürfen, dass es keine Rolle spielt, ob wir 50 Millionen versenkt haben.“ Für Tengelmann Ventures komme es darauf an, ob eine Idee das Potenzial habe, ein Geschäftsmodell so zu skalieren, dass am Ende ein Gewinn von mindestens 250 Millionen Euro erzielt werden könne. Wenn sich ein Investemt in dieser Größenordnung ergebe, dann wäre die Rechnung schon aufgegangen.

Einigkeit unter den Diskutanten herrschte darüber, dass man auf Investment-Rankings nicht achte. Es spiele keine Rolle, dass derzeit die meisten Gelder in Entwicklungen von Künstlicher Intelligenz flössen. Die Idee müsse am Ende überzeugen, um Risikokapital EINZUSETZEN; das Investment-Branchen-Ranking spiele da nur eine untergeordnete Rolle.

Beim abschließenden Get-Together zollten insbesondere Gäste von außerhalb der Region dem hochkarätigen Feld der vorgestellten Startups höchsten Respekt. Zwar kamen die Finalteilnehmer aus dem gesamten Bundesland, dass jedoch immer mehr Venture Capital in Startups aus Karlsruhe investiert werde, war den angetretenen Business Angels längst bekannt. „Informiert uns rechtzeitig, damit wir schon in einer frühen Phase auf den Zug aufspringen können“, so der vielfach geäußerte Wunsch vieler Investoren, die an diesem Tag nach Karlsruhe gekommen waren.

Der nächste Business Angel Kongress im Jahr 2020 findet in Mannheim statt.