IHK-Umfrage: KI verbessert Prozesse und spart Kosten

Mitglieder 23.07.2020 Industrie- und Handelskammer Karlsruhe

Konkrete Mehrwerte sind vor allem verbesserte interne Prozesse und eingesparte Kosten. Neben Datenanalyse/Business Intelligence sehen die Unternehmen einen hohen KI-Nutzen bei industrienahen Prozessen wie Produktion, Interaktion Mensch/Maschine oder Instandhaltung/Wartung. Das ergab ein Umfrage der baden-württembergischen IHKs unter Federführung der IHK Karlsruhe zum Thema Künstliche Intelligenz (KI). An der Befragung hatten sich vor allem auch Unternehmen aus den Bereichen Industrie sowie Information, Kommunikation, Software beteiligt.

Die vollständige Auswertung können Sie hier herunterladen.

Nach der Umfrage nutzt knapp jedes vierte Unternehmen bereits KI-Lösungen für seine Geschäftsprozesse. Ein noch größerer Anteil (32 %) plant das. Allerdings variieren die Anteile mit der Unternehmensgröße. Kleine Unternehmen tun sich schwerer.

Weniger als ein Fünftel der Unternehmen sind derzeit KI-Anbieter, aber ein Viertel plant das. Viele Unternehmen sehen kurzfristig die Chance, sich im „KI-Markt“ zu etablieren, unabhängig von der Unternehmensgröße. Deutlich mehr als bisher findet die Entwicklung von KI-Lösungen zukünftig auch außerhalb von IT-Unternehmen statt.

Informationsdefiziten entgegenwirken und Know-how-Transfer stärken

Ein Viertel der Unternehmen ist noch unsicher, was KI für sie bedeutet. Die größten Informationslücken zeigen sich im Handel und in der Bauwirtschaft. Sensibilisierung, passgenaue Informationsangebote und Best-Practices sind hier besonders wichtig.

Fehlendes eigenes Know-how hält Unternehmen ebenfalls von KI ab. Weiter verstärkte Anstrengungen bei der Aus- und Weiterbildung von KI-Fachkräften sind deshalb nötig. Für die Stärkung des Know-how-Transfers aus der Wissenschaft braucht es weitere Investitionen in anwendungsnahe KI-Forschungs- und Transferstrukturen mit Fokus auf kleine und mittlere Unternehmen.

Unterstützungsangebote bekannter machen, Datenbasis stärken

Einem guten Teil der Unternehmen, die KI nur anwenden wollen, fehlt der Zugriff auf Kooperationspartner. Nachteilig wirkt dabei, dass die meisten der in der Umfrage berücksichtigten KI-Intermediäre bei den Unternehmen nur wenig bekannt sind. Hier müssen die Sichtbarkeit erhöht und vor allem kleine Unternehmen noch besser erreicht werden. Zusammen mit Fraunhofer und Steinbeis heben sich die IHKs mit den höchsten Bekanntheits- und Nutzungsgraden in der Umfrage positiv ab.

Die Verfügbarkeit von Daten ist ein zentraler KI-Aspekt. Eine fehlende Datenbasis schätzen die KI-Anbieter in der Umfrage als Hürde auf Anwenderseite ein. Die Politik muss Unternehmen dabei unterstützen, auf KI-relevante Daten, etwa der öffentlichen Hand, zugreifen und diese zur Entwicklung neuer KI-basierter Lösungen und Geschäftsmodelle nutzen zu können.

Finanzielle Förderung von KI-Investitionen verstetigen und ausbauen

Ebenfalls ein Hemmnis auf Anwenderseite ist aus Anbietersicht die Finanzierung von KI-Investitionen. Entsprechende Förderprogramme müssen von Politik und Intermediären noch stärker in der Fläche beworben werden. Viele Maßnahmen sind noch zu wenig bekannt. Neben der Verstetigung und dem Ausbau der Innovationsgutscheine des Landes muss die Digitalisierungsprämie des Landes schnellstmöglich reaktiviert und – wie von der Politik bereits angekündigt – aufgestockt werden.