Mit starken Partnern zum "Innovationspark KI BaWü"

CyberForum 29.01.2021
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Die Regionen Stuttgart, Karlsruhe und Neckar-Alb haben jetzt gemeinsam die Eckpunkte für ihre Bewerbung beim Landes-Wettbewerb "Innovationspark KI Baden-Württemberg" eingereicht. Jede der drei Regionen kann große wissenschaftliche und wirtschaftliche Stärken sowie Potenziale im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) vorweisen. Die Regionen wollen ihre Kompetenzen bündeln, gemeinsam ein KI-Ökosystem schaffen, sich als optimaler Standort eines Innovationsparks für Künstliche Intelligenz präsentieren und Baden-Württemberg in der KI stärken.

In den am heutigen Freitag (29. Januar) eingereichten Eckpunkten werden Inhalte, Flächen und die Finanzierung des Vorhabens dargelegt und gezeigt, dass die Mindestanforderungen des Landes-Wettbewerbs alle erfüllt werden können: Die Regionen bieten hervorragende Voraussetzungen, um Baden-Württemberg mit einem Innovationspark überregional und international erfolgreich zu positionieren.

Ein "Innovationspark KI" im Herzen Baden-Württembergs

Entstehen soll im Zentrum Baden-Württembergs eine europaweit einzigartige KI-Innovationsinfrastruktur, in der Unternehmen in Kooperation mit Wissenschaft, Gesellschaft und der öffentlichen Verwaltung KI-Anwendungen, Produkte und Geschäftsmodelle entwickeln, erproben und international vermarkten können. Die Partner wollen diese innovative Zusammenarbeit durch die Gründung einer Genossenschaft unterstreichen.

Mit der "Bündelung ihrer Kräfte in einem gemeinsamen Auftritt nutzen die drei starken, kompetenten und engagierten Partner, die 50 Prozent des Bruttoinlandsprodukt in Baden-Württemberg abbilden, die Chance, das Land als herausragenden Standort von Wissenschaft und Wirtschaft auf nationaler und internationaler Bühne noch weiter voranzubringen", betont der Karlsruher Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup.

Dr. Walter Rogg, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS), sagt zur jetzt erfolgten Einreichung: "Die drei Regionen Stuttgart, Karlsruhe und Neckar-Alb haben sich das erste Mal überhaupt zusammengeschlossen, um sich gemeinsam für ein Innovationsprojekt von internationaler Bedeutung stark zu machen. Unser Innovationspark wird KI-Anwendungen auf hohem wissenschaftlichem, technologischem und ethischem Niveau in Baden-Württemberg vorantreiben und das Land zu einem Leuchtturm für Künstliche Intelligenz machen".

Besonderheiten der gemeinsamen Bewerbung: Experimentierräume und geteilte Daten

Die Stärken der gemeinsamen Bewerbung liegen darin, dass bestehende Organisationen und Aktivitäten vernetzt, gebündelt und gezielt um Neues ergänzt werden. Ein besonderer Vorteil ist das starke Engagement einer Vielzahl von Unternehmen. Das Eckpunkte-Papier sieht vor, dass ein branchenübergreifender, integrierter Experimentier- und Datenraum für KI-Innovationen der neuen Generation entsteht. In vernetzten Testfeldern und Labs werden Entwicklung und Erprobung innovativer KI-Lösungen in realen Umgebungen möglich gemacht. Potenzielle Anwender sowie die interessierte Öffentlichkeit können hier KI-Lösungen erleben. Darüber hinaus können KI-fähige Daten entlang der gesamten Innovationskette gemeinsam generiert und genutzt werden.

Die drei Regionen versprechen sich von ihrem "Innovationspark KI Baden-Württemberg" internationale Strahlkraft mit der Talente, Startups und Investitionen angezogen werden. Der Innovationspark wird eigenständige inhaltliche Beiträge für europäisch souveräne, nachhaltige und sichere KI-Technologien für Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und öffentliche Hand liefern.

Einreichung im Rahmen des Landes-Wettbewerbs "Innovationspark KI Baden-Württemberg"

Die Einreichung der Partner erfolgte für den Landes-Wettbewerb "Innovationspark KI Baden-Württemberg": Das Land Baden-Württemberg plant die Errichtung eines Innovationsparks für Künstliche Intelligenz. Dabei handelt es sich um die größte Einzelmaßnahme der Landesregierung zur Innovationsförderung der letzten Jahrzehnte. Mit dem KI-Park sollen konjunkturelle Impulse gesetzt und die Zukunftsfähigkeit des Landes gestärkt werden.

Gemeinsamer KI-Innovationspark unterstreicht die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Karlsruhe

Mit ihrer von der Wirtschaftsförderung koordinierten Teilnahme am Wettbewerb setzt die Stadt Karlsruhe ein wichtiges politisches Signal für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts. "Wir positionieren uns als attraktives und nachhaltiges Innovationsökosystem für KI-Anwendungen und -Produkte mit internationaler Anziehungskraft für Talente, Unternehmen und Investoren", betont OB Dr. Frank Mentrup und dankt den vielen Akteuren aus Wirtschaft und Wissenschaft vor Ort, die dazu mit der Stadt gemeinsam an einem Strang ziehen.

Kernareal für den Karlsruher Teil des Antrags sind unbebaute städtische Grundstücke im TechnologiePark Karlsruhe (TPK) mit einer Gesamtfläche von 5,85 Hektar. Die Flächen, auf denen Gebäude mit einer Gesamtbruttogeschossfläche von bis zu 160.000 Quadratmetern entstehen könnten, müssen beim Gewinn des Wettbewerbs verbindlich mit KI-Themen belegt oder entsprechend vorgehalten werden. Nach ersten Berechnungen könnten in Karlsruhe bis zu 4.000 neue Arbeitsplätze im KI-Bereich entstehen, und die Stadt könnte von jedem Arbeitsplatz mit einem fiskalischen Rückfluss von bis zu 3.300 Euro im Jahr rechnen. Die Umsetzung vor Ort soll nach dem Vorbild des Modells "Alter Schlachthof" erfolgen, auf dessen sieben Hektar großen Areal bis heute über 1.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstanden sind.

Zum Paket des Innovationsparks sollen umfangreiche Dienstleistungsangebote wie beispielsweise eine  "KI-Challenge Arena" gehören. Unternehmen, die vor der Herausforderung des Einsatzes von KI-Lösungen stehen, sollen dort mit nationalen und internationalen KI-Startups, Experten und Forscherteams zusammengebracht werden, um konkrete Lösungen und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Die Arena soll zunächst in Karlsruhe angeboten und kann in weiteren Regionen ausgerollt werden. Federführend werden zunächst das Cyberforum sowie die Forschungseinrichtungen am Standort Karlsruhe sein. Ziel ist es, den Transfer von Forschungsergebnissen sowie Produkt- und Dienstleistungsideen in die Anwendung zu beschleunigen.

Die Fördersumme des Landes für den gesamten KI-Innovationspark in Höhe von 47,5 Millionen Euro soll im Falle eines Erfolges zu gleichen Teilen zwischen den drei Regionen aufgeteilt werden. Dies entspräche etwa 15,8 Millionen Euro für Karlsruhe. Im Gegenzug sind Komplementärmittel in Höhe der Fördermittel für bauliche Investitionen einzubringen. Die Stadt Karlsruhe schultert ihren Anteil von 15,8 Millionen Euro durch die Verfügungstellung der Grundstücke im TPK.