Sicherheit im Digitalen Zeitalter: Digitalisierung läuft

CyberForum 19.11.2018

„Die Digitalisierung ist ein Langstreckenlauf – aber in rasendem Tempo. Gemeinsam und mit langem Atem gehen wir deshalb den digitalen Wandel im Land an. Allein eine Milliarde investieren wir als Landesregierung bis 2021 in digitale Projekte. Rückenwind bekommen wir dabei jetzt von unseren Digitalisierungsläufern!“, sagte der Stv. Ministerpräsident und Digitalisierungsminister Thomas Strobl am Freitag, 16. November, in Karlsruhe. Strobl startete damit in die letzte Etappe von „Digitalisierung: Läuft!“ – gemeinsam mit dem Ex-Vizeweltmeister im 100-Kilometer-Lauf Jürgen Mennel und Vertretern aus Forschung und Wirtschaft. Sie alle haben sich zum dritten Digitalisierungslauf zusammengetan. Thema: Sicherheit im Cyberspace.

Laufen für die Digitalisierung im Land

Der Lauf führte vom Karlsruher Rheinhafen über das ZKM – Zentrum für Kunst und Medien in die Karlsruher Oststadt. Stationen waren dabei der Innovationscampus der Energie-Baden-Württemberg AG und die neu gestartete Cyberwehr des Landes am FZI Forschungszentrum Informatik.

„Jeden Tag gibt es tausende Cyberangriffe auf der ganzen Welt. Und deshalb wird das Thema Cybersicherheit ganz entscheidend bei der Frage sein, wie erfolgreich wir den digitalen Wandel gestalten“, sagte Digitalisierungsminister Thomas Strobl. Nach einer aktuellen Studie von Bitkom waren in den beiden vergangenen Jahren bundesweit bereits sieben von zehn Industrieunternehmen von Sabotage, Datendiebstahl und Spionage betroffen.

„Cybersicherheit ist ein zentraler Standortfaktor geworden, gerade für die Weltmarktführer und hidden champions in Baden-Württemberg. Baden-Württemberg ist Innovationsregion Nummer 1. Hier sitzt viel Know-How, das geschützt werden muss. Gleichzeitig ist Baden-Württemberg das Land der kleinen und mittleren Unternehmen, der KMU – sie alleine stellen über 60 % der Arbeitsplätze. Und gerade sie sind für Cyberangriffe noch nicht richtig gewappnet“, unterstrich der Digitalisierungsminister den Handlungsbedarf in diesem Bereich. Das Bundesamt für Verfassungsschutz schätzt die jährlichen Schäden für deutsche Unternehmen auf mindestens 43 Milliarden Euro. „Deshalb haben wir als Land die Cyberwehr an den Start gebracht – eine Feuerwehr, die den Brand bei kleinen und mittleren Unternehmen nach einem Cyberangriff löscht“, so Minister Thomas Strobl.

Cyberwehr: Pilotbetrieb in Karlsruhe gestartet

„Seit August läuft die Cyberwehr im Pilotbetrieb für rund 800 IHK-Unternehmen in der Technologieregion Karlsruhe – und die ersten Erfahrungen sind vielversprechend. Deshalb gehen wir ab Dezember in die nächste Ausbaustufe. Das Angebot der Cyberwehr wird dann für weitere 10.000 Unternehmen der IHK-Region Karlsruhe geöffnet. Ab Januar 2019 soll dann der 24/7-Betrieb starten. Insgesamt waren die Notfallteams, bestehend aus erfahrenen Experten von regionalen IT-Security Dienstleistern, bereits in sechs Fällen erfolgreich im Einsatz. Es handelte sich dabei um vier Fälle mit Ransomware (sogenannte digitale Erpressungen), ein Datenhacker-Angriff und ein Fall von CEO-Fraud (digitaler Betrug)“, so Minister Thomas Strobl.

Die Cyberwehr wurde vom FZI Forschungszentrum Informatik, dem Digitalen Innovationszentrum (DIZ), dem CyberForum e.V. und der Secorvo Security Consulting GmbH auf den Weg gebracht. Minister Thomas Strobl nutzte das Werkstattgespräch, um sich vor Ort bei David Hermanns, Geschäftsführer CyberForum, und Jan Wiesenberger, Vorstand FZI, über die Projektentwicklung zu informieren. Jan Wiesenberger erklärte: „Mit fortschreitender Digitalisierung ergeben sich auch immer neue Fragen beim Thema IT-Sicherheit. Unternehmen sind Cyberangriffen heute oft hilflos ausgeliefert und hier setzt die Cyberwehr an: Sie bietet Opfern von Cyberangriffen fundierte und zugleich praktische Ersthilfe. Das FZI als unabhängige Forschungseinrichtung bietet mit neuesten Erkenntnissen aus Forschung und Wissenschaft schnelle Unterstützung.“

„Wenn bei Cyberangriffen in der Region Karlsruhe die Bude brennt, dann kommt jetzt die Cyberwehr. Der Bedarf bei den kleinen und mittleren Unternehmen ist da, das zeigen die ersten Wochen im Pilotbetrieb. Allerdings ist der IT-Sicherheitsmarkt aktuell noch unübersichtlich und stark ausbaufähig. Deshalb fördern wir als Landesregierung neben der Cyberwehr gerade auch ganz gezielt Unternehmensgründungen im Bereich der ITSicherheit“, unterstrich der Digitalisierungsminister.

Unterstützung für IT-Security Startups

Beim CyberForum in Karlsruhe ist im Frühjahr 2018 auch das Programm IT-Security Lab an den Start gegangen. Es gibt Startups das nötige Rüstzeug an die Hand, um sich im Bereich der IT-Sicherheit erfolgreich am Markt zu etablieren und sie im Bereich der IT-Sicherheit fit für die Zukunft zu machen. Pro Jahr sollen auf diese Weise rund zehn Gründungsvorhaben mit insgesamt rund 30 Gründerinnen und Gründern betreut werden.

Bereits am Vormittag hatte Digitalisierungsminister Thomas Strobl den Innovationscampus der EnBW Energie Baden-Württemberg AG besucht und sich mit CEO Dr. Frank Mastiaux über die Themen Digitalisierung und Sicherheit ausgetauscht.

Der Digitalisierungslauf in Karlsruhe war der dritte und letzte Lauf. Der zweite Lauf ging Ende Oktober 2018 unter dem Motto „Medien im digitalen Zeitalter von Offenburg über die Europabrücke nach Straßburg. Der erste Lauf hatte Ende Juli 2018 unter dem Motto „Medizin im digitalen Zeitalter“ von Stuttgart-Vaihingen über den Schönbuch nach Reutlingen geführt.