Warum nicht endlich Softwarelösungen in Europa einkaufen?

CyberForum 18.11.2025

Im CyberLab #SmartProductionPark trafen an diesem ersten richtig kalten Wintertag rund 40 Unternehmer und Unternehmerinnen auf persönliche Einladung mit Vorständen des CyberForum zu einem Business Breakfast zusammen. Die Gespräche drehten sich um die Gründerstory eines 28-Jährigen, der zu seiner Schulzeit am KIT studiert hat, bei Google in den USA gearbeitet hat und heute mit seiner deutschen Unternehmensgründung den großen US-Cloud-Dienstleistern wie Amazon Web Services Konkurrenz macht. Aber auch, warum es eher ungewöhnlich ist, dass er in Deutschland gegründet hat und nicht in die USA abgewandert ist.

Die Rede ist von Elias Schneider, Managing Director von Codesphere GmbH – mit Firmensitz in Karlsruhe, München, Berlin und New York. Er skizziert den fulminanten Ritt, den er seit der Gründung 2020 zu einem Produkt hingelegt hat, das das Zeug hat zur europäischen Antwort in Sachen digitale Souveränität.

„Was ich an der Diskussion um digitale Souveränität total nervig finde“, sagt Elias, „ist die Diskussion um den Standort der Server. Es ist nicht so wichtig, wo die Kiste steht (solange man die Daten irgendwo hat – zumindest als Kopie), sondern dass man Software hat, um sich jederzeit mit ausreichend Rechenkapazitäten zu verbinden.“ Eine Grundvoraussetzung für KI. Und das ist es, was Codesphere anbietet: Cloud aber ohne Server. „Wir sind ein Hyperscaler“, berichtet Elias. Internationale Großkunden aus Banking und Government nutzen Codesphere-Lösungen mit vielen Services – aber auch für weniger komplexe AWS-Nutzung findet sich hier eine Alternative – zu deutlich günstigeren Kosten. Und die Ziele sind hochgesteckt für die weitere Unternehmensentwicklung.

Gegründet hat Codesphere in München – in Karlsruhe ist jedoch ihr größter Entwicklungsstandort. Was wäre für den deutschen Wirtschaftsstandort – und insbesondere das Karlsruher Ökosystem – ein wünschenswerter Gründungs-Booster? Als wesentliche Faktoren ordnet CyberForum-Mitglied Elias einerseits den Zugang zu Kapital und Risikobereitschaft der Investoren ein und andererseits ein Umdenken gegenüber Lösungen aus Europa. Sie sind häufig genauso gut oder teilweise besser als die amerikanischen Produkte. Nach dem souveränen und offenen Impulsvortrag verabschiedet sich der erfahrene Gründer aus dem #SmartProductionPark nach Berlin – die Diskussion setzt sich unter den Teilnehmenden des Business Breakfast fort.

von Katharina Burgmaier