Wie unsere Geschäftsführung auf die Corona-Zeit blickt

Mitglieder 13.04.2021 MegaPart GmbH

  Die Corona-Pandemie brachte nicht nur privat Einschränkungen. Auch wir bei MegaPart spürten die schwierigen Zeiten deutlich. Im April 2020 musste unser Unternehmen Kurzarbeit anmelden, betriebsbedingte Kündigungen folgten. Der COO von MegaPart, Jens Steffan, spricht so offen wie noch nie über schwierige Monate und den aktuellen Stand.

Februar 2020 – MegaPart setzt zur 1. Aufholjagd an

Wir befinden uns im Februar 2020 und das, was sich bei MegaPart über den Forecast und den „gefühlten“ Signalen angekündigt hat, spiegelte sich auch in den BWA-Zahlen wider: MegaPart wird den Umsatzverlust eines Großkunden verkraften und sehr wahrscheinlich das Jahr 2020 wirtschaftlich positiv gestalten können.

Zuvor musste die Geschäftsführung im Dezember 2019 den Mitarbeitern mitteilen, dass man unverschuldet einen Kunden aus dem Bereich Pharma (Life Science) verlieren werde - und das innerhalb kürzester Zeit. Es drohten der Verlust von 8 Arbeitsplätzen sowie der Wegfall von fast einem Viertel des Rohertrages aus dem Jahr 2019.

Doch dafür gibt ein Großteil unserer anderen langjährigen Kunden Gas bei der Digitalisierung. Auf Grund der hohen Anzahl von Anfragen und Projekten wird erkennbar, dass der Verlust höchstwahrscheinlich kompensiert werden kann.

März 2020 – eine erste Unsicherheit macht sich breit

Freitag, der 13.03. Die Bundesregierung beschließt auf Grund der drohenden Überlastung des Gesundheitssystems einen Lock-down. Die MegaPart hatte schon Tage zuvor den Ernstfall trainiert und arbeitete mehrfach zu fast 100 Prozent vom Homeoffice aus. Organisatorisch war die MegaPart auf diesen Krisenfall gut vorbereitet. Aber was bedeutet ein Lock-down für die wirtschaftliche Situation der MegaPart? Würden wir Projekte verlieren? Auf der einen Seite waren und sind unsere Projektmitarbeiter auch im Automotive-Umfeld in Digitalisierungsthemen wie z. B. Fahrerassistenzsystemen tätig. Aber was bedeutet es, wenn der Absatz an Autos weltweit drastisch einbricht und Lieferketten unterbrochen werden? Welche Folgen hat ein Lock-down für unsere mittelständischen IT-Kunden aus der Technologie-Region Karlsruhe? Sind Firmen in einer solch unsicheren Zeit bereit, Investitionen zu tätigen, auch wenn diese überwiegend die notwendige Digitalisierung betreffen?

Erste negative Auswirkungen werden erkennbar: Projektanfragen werden zurückgezogen, sicher geglaubte Budgets gestrichen. Unsicherheit machte sich breit. Was wird aus unseren laufenden Projekten?

November 2020 – Kündigungen, eine Maßnahme, die MegaPart unbedingt vermeiden will

In den folgenden, vom Lock-down geprägten Wochen und Monaten, verliert die MegaPart 45% ihrer Umsätze. Sie muss auch aufgrund des starken Rückgangs von Projektanfragen Kurzarbeit anmelden. Da auch der zusätzliche Lohnverzicht einiger Mitarbeiter und der Geschäftsführung nicht ausreichen, um eine wirtschaftlich stabile Situation herzustellen, müssen im November zwei Mitarbeitern gekündigt werden. Das ist der Tiefpunkt eines von Corona geprägten Jahres. Doch die negativen Nachrichten reißen nicht ab, denn es kündigten sich erneute Maßnahmen der Politik zur Eindämmung von SARS-CoV-2 an.

Februar 2021 – MegaPart setzt zur 2. Aufholjagd an

Letztendlich sind die aktuellen Maßnahmen der Landes- und Bundesregierung wirtschaftlich nicht mehr so relevant wie jene aus dem vergangenen Frühjahr. Dennoch startet das neue Jahr 2021 auf niedrigem Niveau. Das liegt auch daran, dass zum Jahreswechsel Kundenprojekte ein natürliches Ende fanden und die Auswirkungen des ersten Lock-downs noch nicht kompensiert werden konnten. Doch trotz der belastenden Corona-Situation setzt die MegaPart zur 2. Aufholjagd an und kann stolz auf ihre außergewöhnlich engagierten Mitarbeiter sein.Die Aufholjagd wird erleichtert, weil es dieses Mal keinen wirtschaftlichen Lock-down gab. Die Politik hat in diesem Bereich dazugelernt und erkannt, dass weltweite Lieferketten, z. B. in der Automobilindustrie, komplexe und fragile Gebilde sind. Jahrelang eingespielte Just-in-Time Frequenzen kann man nicht mal eben aus- und wieder einschalten. Auch haben sich die Unternehmen an die Situation des Teil-Lock-downs angepasst und erfahren, dass gerade auch die Softwareentwicklung verteilt und standortunabhängig stattfinden kann und diese für den Erfolg eines Unternehmens entscheidend sein kann. Dabei können wir unsere Kunden unterstützen - mit dem wichtigsten Erfolgsfaktor: mit Menschen, mit IT-Experten, mit Beratern und agilen Coaches.

Weitere Fakten/Learnings der MegaPart:

Fast die komplette Mannschaft der MegaPart befindet sich seit diesem Jahr im OKR-Prozess, in dem wir sowohl wirtschaftliche Ziele als auch Entwicklungsvorhaben formuliert haben.

Unser vorrangiges Ziel ist es, nach dem 1. Zyklus allen Mitarbeiter die Perspektive geben zu können, aus der Kurzarbeit rasch rauszukommen.

Außerdem haben wir gelernt:

  1. Wir geben Gas bei der Digitalisierung unserer Infrastruktur sowie bei der Digitalisierung unserer Prozesse Richtung Vertragspartner
  2. Gerade wenn die Mannschaft überwiegend oder ausschließlich im Homeoffice arbeitet, benötigt man gemeinsame Ziele und Regeltermine. (Diese werden bei MegaPart seit dem Jahr 2021 in einem OKR-Prozess/Rahmen abgebildet)
  3. Kleinere Teams innerhalb einer Firma eignen sich viel besser, auf schnell veränderte Anforderungen der Kunden zu reagieren, als eine nach Abteilungen ausgerichtete Organisation