Wo Startups ihren Mentor suchen – und finden

CyberForum 28.11.2017 Maxine von Grumbkow

Wie sieht es aus, das perfekte Match? Beim Mentorenmatching des CyberForum, das am 27. November bei der AppSphere AG in Ettlingen stattfand, pitchten fünf Gründerteams vor erfahrenen Business Mentoren. Das Bewerberfeld reichte von einer Online-Plattform zur Buchung von Grabpflegedienstleistungen bis hin zu innovativen und nachhaltigen Lernspielen.

Wer gegründet oder bereits konkrete Pläne für eine Gründung hat, der braucht einiges an Unterstützung. Wie die Finanzierung auf sichere Beine stellen? Wie den Markteintritt gestalten? Welche Möglichkeiten und Wege bieten sich in Vertrieb und Marketing? Bereits in einer frühen Phase empfiehlt es sich, Seite an Seite mit erfahrenen Business Mentoren zusammenzuarbeiten. Das Mentorenmatching macht genau das möglich: Seit 20 Jahren, in den Anfängen übrigens noch als „Patenprogramm“ bekannt, bringt das CyberForum mit der Netzwerkveranstaltung Startups und potentielle Mentoren zusammen. Die Mentoren: selbst erfahrene Unternehmer, Gründer oder Manager, die ein Team mit Strategie, Know-How und Netzwerk nach vorne bringen wollen. Sie unterstützen die Startups über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten ehrenamtlich und geben mit ihrem Expertenwissen und speziellen Branchenkenntnissen bedeutsame Starthilfe. 

Mentorenmatching bei AppSphere

Am 27. November traf sich der Mentorenkreis des CyberForum bei der AppSphere AG. Frank Roth, Vorstand von AppSphere, freute sich, fünf Gründerteams und rund 20 Mentoren in Ettlingen begrüßen zu dürfen. Dabei pitchten die Teams von moviefy, idana, Rock5, friedhofsglück und Classplash vor den erfahrenen Mentoren aus dem Netzwerk des CyberForum und erhielten wertvolles Feedback zum Geschäftsmodell. „Startups, die ihre Vision mit Begeisterung und Leidenschaft verfolgen, haben bei der Veranstaltung die Chance, einen Business Mentor an die Seite zu bekommen, der ihnen das nötige Know-How für einen erfolgreichen Geschäftsweg vermittelt und sie strategisch begleitet“, so Roth. „Das ist eine tolle Sache, von deren Erfolg ich überzeugt bin! Daher unterstütze ich in meiner Funktion als Firmengründer und Vorstand der AppSphere sehr gerne den Austausch von Erfahrungen und Ideen rund um das digitale Business und gebe mein Wissen an die nächste Unternehmergeneration weiter.“

Auch die neuen Teams im IT-Accelerator CyberLab, Nesto und Kinemic, nutzten die Gelegenheit, sich dem Netzwerk vorzustellen und ihr Geschäftsmodell zu präsentieren. Nesto prognostiziert mithilfe selbstlernender Algorithmen den Personalbedarf für die Systemgastronomie; Kinemic bietet durch den Einsatz sogenannter Wearables neuartige Interaktionslösungen für industrielle Anwendungen und Prozesse.

Expertise und Support für Startups

Startups aus der IT-Region Karlsruhe finden im Mentorenmatching die ideale Gelegenheit, entscheidende Kontakte zu Business Mentoren zu knüpfen. „Durch ein Beratungsgespräch beim CyberForum wurden wir auf das Mentorenmatching aufmerksam“, erzählt Matthias Luthe, einer der drei Gründer von friedhofsglück. friedhofsglück ist eine Plattform im Internet, um die Buchung von Grabpflegedienstleistungen zeitgemäßer zu gestalten. Von der kompletten Grabpflege bis hin zum Anzünden einer Kerze auf dem Grab der Angehörigen – die drei Brüder, die sich derzeit mit ihrer Plattform noch in der Entwicklungsphase befinden, möchten bereits ab 2018 einen automatisierten Buchungsprozess anbieten. „Wir erhoffen uns durch die Veranstaltung neue Kontakte. Außerdem suchen wir ganz konkret Unterstützung in den Bereichen Marketing und Vertrieb, Plattformentwicklung und Skalierung.“

Mit dabei war auch Rui Duarte, Geschäftsführer von Classplash. Das Team möchte in der Gesellschaft das Bewusstsein für soziale Angelegenheiten schärfen und bietet hierzu eine Kombination aus spielerischem Lernen, Technologie und nachhaltiger Bildung. „Unsere Vision ist es, durch innovative Lösungen die musikalische Ausbildung zu fördern und Spiele für wohltätige Zwecke auf den Markt zu bringen. Alle unsere Apps werden bereits in unserer eigenen Musikschule entwickelt und getestet“, so der Gründer. „Als Startup fehlt uns in einigen Bereichen aber noch die Expertise und wir hoffen, hier von den Mentoren die notwendige Unterstützung zum Aufbau ebendieser zu bekommen“.

Ein Netzwerk für die Zukunft

„Es ist interessant, einen Blick auf Teams zu bekommen, die noch in einer frühen Phase sind. Es ist immer wieder anregend, sich mit neuen Ideen von Gründern und interessanten Teams auseinanderzusetzen“, so Gerda Frank, Geschäftsführerin der Hoepfner Bräu Friedrich Hoepfner Verwaltungsgesellschaft mbH & Co KG. „Das Mentorenmatching ist auch eine gute Gelegenheit zum Netzwerken unter Mentoren, Investoren und Gründern“, resümiert die Mentorin.

Oft bildet das Event zudem die Basis einer langanhaltenden Beziehung zwischen Teams und ihren Mentoren, die in vielen Fällen auch über die „offizielle“ Zeit hinaus weiter als Ratgeber an der Seite der Startups stehen.

Das nächste Mentorenmatching findet am 24. April 2018 im CyberForum statt. Zur Teilnahme ist eine Bewerbung erforderlich.