Europa zuerst - Geht jetzt wieder was?

Prof. Dr. Claus Leggewie, Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Europa hat gewählt und die Wahlergebnisse sind erheblich anders ausgefallen als vorab befürchtet. Die Wahlbeteiligung war so groß wie nie zuvor, die etablierten Parteien sind abgestraft worden und haben ihre Spitzenpositionen zwar nicht ganz verloren, sind aber erheblich kleiner geworden. Die rechten Parteien, die sich im Wahlkampf schon als Sieger sahen, sind im europäischen Parlament längst nicht so stark geworden, wie sie behauptet hatten, werden zu können. Die Grünen sind sehr viel stärker ins europäische Parlament eingezogen als irgendwer zu hoffen gewagt hatte und haben nun Platz 3 in der Rangfolge der Gruppierungen erobert.Es sieht so aus als hätte der überwiegende Teil der Wahlbürger in Europa begriffen, wie wichtig die Europäische Union für sie ist, für ihre Werte, für ihre Sicherheit und für ihre Zukunft. Das gilt auch und ganz besonders, für die jungen Europäer und ihr großes Engagement im Wahlkampf. Sie hatten erheblichen Anteil am Zuwachs der Wahlbeteiligung. Und, was es so fast noch nie gab, einiges an Engagement kam dieses Mal auch aus neu entstandenen Gruppierungen der Zivilgesellschaft. Eine haben wir hier in Baden-Baden ja auch sehr intensiv erlebt – “Pulse of Europe”.Kurz, ganz offensichtlich haben die Menschen in Europa begriffen, dass sie als loser Zusammenschluss von kleineren und größeren Nationalstaaten eine Rolle im Konzert der Großen nur würden spielen können als geeintes Europa mit seinen Fünfhundert Millionen Menschen.Unser Referent am 14. Juni, Prof. Dr. Claus Leggewie, einer der führenden Politikwissenschaftler Deutschlands, hat schon länger darüber nachgedacht und er hat schon vor 2 Jahren ein Buch veröffentlicht das den Titel trägt: “Europa zuerst! - Eine Unabhängigkeitserklärung.” Mit diesem Buch hat er so etwas wie eine Gebrauchsanweisung für eine Renaissance für Europa geliefert. Deshalb haben wir Ihn gefragt:“Geht jetzt wieder was?”

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